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Seltener Fang Fischer ziehen prähistorisches "Monster" aus der Tiefsee

Australische Fischer trauten ihren Augen kaum, als sie das Tier aus dem Wasser zogen: Es sah aus wie ein Riesenaal mit vielen Zähnen, aber was war das wirklich? Erst Biologen konnten das Rätsel lösen.

Dieses Tier vereint so ziemlich alles, was es für einen Albtraum braucht: Es ist zwei Meter lang, hat 300 Zähne, ist halb Hai, halb Aal, mit Einschlägen von Schlange und Moräne. Noch nie hätten sie dergleichen aus dem Meer gezogen, werden die Fischer, denen der Fang gelang, von der australischen News Seite "The Age" zitiert.

David Guillot und seine Crew fischten in einem Kilometer Tiefe vor der australischen Küste nahe des Urlaubsorts Lakes Entrance, als ihnen der seltsame Fisch in die Fänge geriet. In 30 Jahren als Fischer hätte er so etwas noch nicht gesehen, sagt Guillot später. "Es sah aus wie ein Wesen aus einem Horrorfilm."

Gruselpotential hatte auch die darauffolgende Szene, als die Fischer das Tier an Bord gezogen hatten und nun versuchten, es am Schwanz wegzuziehen. Das Tier habe sich derart schnell und stark gewunden und direkt nach dem Fischer geschnappt. "Es schaute uns direkt an", sagte Guillot.

Der Kragenhai - ein lebendes Fossil

Schließlich brachten die Fischer das Tier an Land, um es näher bestimmen zu lassen. Biologen der australischen Wissenschaftsbehörde CSIRO konnten das Rätsel schließlich lösen: Bei dem Fang handelt sich um einen Kragenhai, eine bis dato extrem selten gesichtete prähistorische Haiart. Kragenhaie gelten auch als "lebende Fossile", weil sie sich seit Urzeiten kaum verändert haben. Über ihre Lebensweise ist wenig bekannt, da es bislang so gut wie nie gelang, sie lebend zu fangen.

Der Kragenhai, auch Schlangenhai genannt, soll schon vor 95 Millionen Jahren auf Erden gelebt haben, wie Fossilienfunde belegen. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass es die Haie bereits vor 380 Millionen Jahren gab. 1870 soll der erste Kragenfisch in Tokio gefangen worden sein - spätere Funde in verschiedenen Gebieten der Tiefsee legen eine weltweite Verbreitung nahe.

Dass die australischen Fischer einen lebenden Kragenhai fangen konnten, gleicht einer kleinen Sensation: Normalerweise werden die Tiere nur als toter Beifang an Land gezogen. Zuletzt ging 2007 japanischen Fischern ein Kragenhai ins Netz.


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