Any Lucia Lopez Belloza hatte gerade erst ihr Studium an einem College in Boston aufgenommen. Zu Thanksgiving wollte die 19-Jährige nach Honduras zurückkehren und ihre Familie besuchen. Doch der geplante Besuch endete mit ihrer Abschiebung.
Nachdem sie am Flughafen in Boston bereits die Sicherheitskontrolle passiert hatte, wurde die junge Frau nach Angaben ihres Anwalts Todd Pomerleau noch einmal aufgehalten: Es gebe Probleme mit ihrer Bordkarte, wurde ihr mitgeteilt. Daraufhin nahmen Beamte der Einwanderungsbehörde sie fest. Zuerst wurde Lopez Belloza nach Texas gebracht und von dort nach Honduras abgeschoben.
Gericht stoppt Abschiebung – Behörde hält sich nicht dran
Die Studentin lebte bereits seit ihrem siebten Lebensjahr in den USA, Honduras hatte sie seitdem nicht mehr besucht. Nach der Festnahme am Flughafen hatte sie mit Hilfe ihres Anwalts Einspruch gegen ihre drohende Abschiebung eingelegt. Ein Gericht hatte daraufhin per einstweiliger Verfügung untersagt, sie innerhalb der nächsten 72 Stunden abzuschieben. Offenbar hielt sich die Einwanderungsbehörde nicht an diese Anordnung. Laut der Nachrichtenagentur AP wollte die Behörde dazu zunächst nicht Stellung beziehen.
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde verwies laut AP aber darauf, dass ein Richter bereits 2015 die Abschiebung von Lopez Belloza angeordnet habe. Anwalt Pomerleau sagte, seiner Mandantin sei diese Anordnung nicht bekannt gewesen, außerdem sei der Fall bereits 2017 geschlossen worden. "Sie machen sie für etwas verantwortlich, das angeblich vor zehn Jahren passiert ist, von dem sie aber nichts weiß, und legen keinerlei Beweise dafür vor", erklärte Pomerleau.
Lopez Belloza sei "am Boden zerstört". Die Wirtschaftsstudentin selbst sagte dem "Boston Globe": "Ich verliere gerade alles." Gerade wohnt sie bei ihren Großeltern in Honduras, hofft aber, bald in die USA zurückkehren zu können.
Quellen: AP, "The Boston Globe"