Verhalten Trotz von Affenkindern löst Aggressionen aus


Wenn ein Kind tobt und schreit, wirkt das nicht nur auf die Mutter. Umstehende können dabei durchaus Aggressionen entwickeln. Das gilt für Menschen wie für Affen. Biologen haben nun bei Rhesusaffen untersucht, wie Trotzanfälle auf eine Gruppe wirken - und wie Mütter die Lage entschärfen.

Wenn die anderen durch den Trotzanfall des Kindes aggressiv werden, gerät die Affenmutter unter Druck, berichten britische Forscher in den "Proceedings of the Royal Society B". Während die Schreie des Affenkindes der Mutter galten, fühlten sich auch Affen im näheren Umkreis in hohem Maße genervt, heißt es in der Studie unter Führung des Wissenschaftlers Stuart Semple von der Londoner Roehampton University. Die Forscher beobachteten Rhesusaffen auf der Insel Cayo Santiago vor der Küste Puerto Ricos.

Der Aggressionsgrad gegen die Affenmutter und den schreienden Nachwuchs stieg um bis das 30-Fache, ermittelten die Forscher. Die Mutter werde so von zwei Seiten in die Enge getrieben: Von dem schreienden Kind und von den sichtlich genervten und zunehmend aggressiven Affen in der Umgebung. Sie verliert deutliche ihre Ruhe und Beherrschung. Ausbaden muss diese Verhaltensänderung der Auslöser des Stresses: das schreiende Affenkind.

"Mütter sind im Vergleich zu einem ruhigen Kind zum schreienden Nachwuchs 400 Mal eher aggressiv", schreiben die Londoner Forscher. Um die Situation zu lösen, nahm die Affenmutter das Kind dennoch häufig an die Brust. In dem Feldversuch nahmen die Forscher vom September 2005 bis Januar 2006 mit Rekordern in mehreren Affengruppen die Schreie von Kindern, Müttern und Artgenossen in der Umgebung auf.

DPA DPA

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