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Primaten auf Raubzug: Affen überfallen indisches Labor und lassen Corona-Bluttests mitgehen

Schreckmoment für einen Labor-Mitarbeiter in Indien: Er wurde von einer Gruppe Affen überfallen und konnte nicht verhindern, dass die Tiere mit drei Corona-Bluttests entkamen. Medizinier befürchten nun eine stärkere Ausbreitung des Virus.

Rhesusauffen an einer Kreuzung in Delhi

Rhesusaffen an einer Kreuzung in Delhi: Eine Gruppe dieser Primaten soll in einem Labor Corona-Bluttest erbeutet haben.

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Aufregung im Medical College in Meerut. In der unweit der indischen Hauptstadt gelegenen Millionenstadt hat eine Gruppe von Affen ein medizinisches Labor überfallen und einen Laborassistenten attackiert. Nachdem sie den Mann überwältigt hatten, suchten die Primaten mit einigen Corona-Bluttests das Weite.

Wie die "Times of India" und einige lokale Medien berichten, handelt es sich bei den Räubern um rotgesichtige Rhesusaffen. Die Tiere ließen Blutproben von insgesamt drei Patienten mitgehen. Videos zeigen, wie eines der Tiere wenig später in einer Baumkrone sitzt und auf einem der Teströhrchen heraumkaut. Die Patienten werden nun eine weitere Blutprobe abgeben müssen, um zu klären, ob sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Mutiert Corona, wird es unter Primaten wüten

Biologen sind wegen des Vorfalls besorgt. Das Coronavirus könnte sich auf diesem Wege weiter ausbreiten. Sollte Sars-CoV-2 bei häufigerem Kontakt zwischen Menschen und Affen mutieren, könnt es nach Einschätzung der Forscher verheerende Auswirkungen auf Primatenarten und andere Wildtiere haben. Menschen wird daher geraten, sich Affen nicht zu nähern und diese nicht zu füttern, solange die Corona-Pandemie andauert.

Aufgrund des landesweiten Lockdowns erobern sich Gruppen von Rhesusaffen derzeit etliche Gebiete in Indiens Städten zurück, berichten örtliche Medien. Selbst rund um das indische Parlament und nahe einiger Ministerien sind die Tiere nun wieder unterwegs - und erschrecken bisweilen Beamte, wie es in den Berichten heißt. Zuletzt terrorisierten die Affenbanden Delhi, rissen Menschen Nahrung aus den Händen, schnappten sich Handys oder zerrissen Dokumente und Akten.

Laut den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität haben sich nach offiziellen Zahlen in Indien bisher 158.970 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 4820 Todesfälle wurden registriert. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass es eine viel höhere Dunkelziffer gibt. Indien ist mit 1,38 Milliarden Einwohnern eines der bevölkerungsreichsten Länder der Erde. Nur in China leben mehr Menschen.

Quellen: "India Times", "The Hindu", Sky News, Johns-Hopkins-Universität

dho