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Waldzustandsbericht: Der deutsche Wald bleibt krank

Mehr als jeder zweite Baum in Deutschland ist krank. Das geht aus dem Waldbericht des Landwirtschaftsministeriums hervor. Umweltverbände sorgen sich vor allem um die Zukunft der Eichen: Mehr als die Hälfte der Bäume zeigt deutliche Schäden.

Der Zustand der Eichen wird zunehmend bedrohlicher. Inzwischen ist mit 52 Prozent mehr als die Hälfte dieser Bäume krank, während es 2007 knapp die Hälfte war. Im Jahr 2002 galten 29 Prozent der Eichen als schwer krank. Im vergangenen Jahr waren es allerdings weniger Bäume mit mittelstarken Schäden.

Auch bei Kiefern und Fichten hat der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden zugenommen. Bei Buchen gibt es das gegenteilige Bild: weniger Bäume mit starker Kronenlichtung.

Der Anteil schwer geschädigter Bäume stieg im vergangenen Jahr von 25 auf 26 Prozent, der der Bäume mit starken und mittelschweren Schäden sank insgesamt leicht von 70 auf 69 Prozent. Damit sind es 31 Prozent der Bäume, denen Luftverschmutzung und andere Ursachen nicht zugesetzt haben, 30 Prozent waren es im Jahr zuvor. In den vergangenen Jahren hatte sich der Wald leicht vom Hitzejahr 2003 erholt.

Das Agrarministerium hält mehr Anstrengungen für nötig, um die Luftverschmutzung zu drosseln. Den Waldbesitzern empfahl das Ministerium, Fördermittel für Kalkung in Anspruch zu nehmen.

Die Umweltstiftung WWF warnte davor, dass die Eiche stirbt. "Wenn sich der Trend fortsetzt, dann könnte die deutsche Eiche in wenigen Jahrzehnten aus unseren Wäldern verschwinden", teilte WWF Waldexperte Markus Radday mit. In Rheinland-Pfalz hätten trotz Verbesserungen 60 Prozent der Eichen deutliche Schäden, in Bayern 46 Prozent. Leichte Besserungen in einigen Regionen gingen auf günstigeres Wetter und die letzten feuchten Sommer zurück.

DPA / DPA