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Zoo Münster: Tierpfleger nehmen Gorilla Babyleiche ab

Fast sechs Tage hat Gorilla-Weibchen Gana ihr totes Baby im Gehege des Allwetterzoos Münster mit sich herum getragen. Nun haben die Pfleger sie abgelenkt und die Leiche entfernt.

Tierpfleger des Allwetterzoos in Münster ist es im zweiten Anlauf gelungen, die Gorilla-Mutter "Gana" von ihrem bereits vor mehreren Tagen gestorbenen Baby zu trennen. Wie der mitteilte, lockten Tierpfleger das Weibchen mit Bananen und Rosinenbrot, als es mit dem toten Jungen in einen der Schlafkäfige ging. "Gana" kam allein wieder heraus. Die Leckerbissen bekämen die Affen nur sehr selten, erklärte Tierpflegerin Bärbel Uphoff. Als die Affen-Mutter den Käfig verlassen hatte, schloss die Pflegerin schnell die Tür. Der gestorbene Gorillajunge wird nun dem Primaten-Zentrum in Göttingen übergeben, um die Todesursache festzustellen.

Der kleine Gorilla war sechs Tage zuvor gestorben. Die Mutter hatte ihn seitdem ständig mit sich herumgetragen. Fachleute hatten das Verhalten von "Gana" als normal eingeschätzt. Am Donnerstag hatten Pfleger jedoch beobachtet, dass der Gorilla sich mehrfach einige Meter von dem verstorbenen Jungtier entfernt habe. Daraufhin hatten sie bereits vergeblich einen ersten Trennungsversuch unternommen. Der Nachwuchs von Gorilla-Mutter "Gana", die im vergangenen Jahr durch die Vernachlässigung ihres ersten Kindes "Mary Zwo" in die Schlagzeilen geraten war, hatte sich zunächst nach Angaben des Zoos gut entwickelt. Doch kurz vor dem vergangenen Wochenende habe der kleine Flachland-Gorilla plötzlich kränklich gewirkt. Am Samstagnachmittag sei er schließlich gestorben.

DPA / DPA
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