HOME

Stern Logo Ratgeber Stiftung Warentest

Stiftung Warentest - Champagner und Sekt: Edel anstoßen ab 12 Euro

Sekt aus traditioneller Flaschengärung überzeugte im Test.

Sekt/Champagner

Sekt oder Champagner - Was trinken Sie am liebsten?

Jeder über 15-Jährige trinkt hierzulande rund 40 Gläser Schaumwein im Jahr. Aber Champagner ist dabei so gut wie nie im Kelch: Den Luxus gönnen die Deutschen sich im Durchschnitt nur einmal im Jahr - und teilen sich eine Flasche zu sechst. Um für den besonderen Anlass den richtigen Tropfen zu finden, hilft ein Blick in den Test von 22 Schaumweinen der Stiftung Warentest.

Die größten Unterschiede der getesteten Champagner und Sekte aus traditioneller Flaschengärung liegen im Reifegrad. Spritzig-frische Schaumweine wie Lanson Black Label Brut für 30 Euro stehen hier eher gereiften Vertretern wie Piper Heidsieck Brut für 26 Euro gegenüber. Beide Champagner sind Empfehlungen der Tester. Zu reif, also oxidiert, war kein Testprodukt. Beim Kauf ist das Alter aber selten erkennbar. Nur wenige Anbieter geben an, wann sie die Hefe aus der Flasche entfernt haben (Degorgierdatum). Tipp der Warentester: Lagern Sie Schaumwein kühl, aber nicht zu lange. Er verändert sich eher nachteilig. Kaufen Sie nie angestaubte Flaschen.

Champagner vom Discounter

Wer nicht mehr als 20 Euro für eine Flasche ausgeben, aber trotzdem nobel anstoßen möchte, dem empfehlen die Tester Sekt aus traditioneller Flaschengärung. Er wird wie Champagner aufwendig in ein und derselben Flasche hergestellt. Sensorisch überzeugten vor allem zwei Rebsortensekte: Der etwas gereifte Sekt Chardonnay Brut von Adam Henkell, Jahrgang 2005 kostet nur 12 Euro. Für 16 Euro gibt es den sehr frischen Rotkäppchen Weißburgunder Extra Trocken: Er war besonders rebsortentypisch und der einzige im Test mit spürbarer Süße. Das liegt vor allem an seinem geringen Säuregehalt, den meisten Zucker hat er nicht. 10 bis 14 Gramm Zucker je Liter enthalten die meisten Schaumweine im Test, bei bis zu 15 Gramm dürfen sie sich "brut" nennen. Wein hieße da "halbtrocken".

Neben Sekt ist auch Champagner vom Discounter recht preisgünstig: 11,50 Euro kostet eine Flasche. Oft ist darauf das Kürzel MA zu finden. Es steht für Marque d'acheteur, zu deutsch: Handelsmarke. Weinexperten raten häufig davon ab, denn wo genau die Trauben herkommen, bleibt unbekannt. Der Lidl-Champagner Comte de Brismand ist eine Ausnahme. Er kam aus dem bekannten Haus Vranken. Blindverkostet schnitten Handelsmarken im Test aber nicht schlechter ab. Kleine Abstriche gab es nur beim Veuve Durand von Aldi (Nord). Gemogelt wurde übrigens nicht: Alle Champagner stammten aus der Champagne.

Typischer Markengeschmack

Bei Markenchampagnern ist auf einen gewissen Wiedererkennungswert Verlass: Die großen Häuser lagern viele Jahrgänge und verschneiden bis zu 70 verschiedene Grundweine. So erreichen sie jedes Jahr ihren typischen Markengeschmack. Zu den höheren Preisen tragen aber auch Kosten für Marketing und Markenpflege bei. Tipp: Probieren und vergleichen Sie verschiedene Champagner und Sekte. Seminare finden Sie beim Fachverband unabhängiger Weinreferenten und bei manchen Volkshochschulen. Rund drei Stunden kosten 80 bis 90 Euro.


Alle Informationen über den Test finden sie auf test.de sowie in der Ausgabe 01/2011 der Zeitschrift "test".

Stiftung Warentest / Stern (online) NICHT BENUTZEN