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Stiftung Warentest - Tiefkühl-Nudelgerichte: Große Qualitätsunterschiede

Essen aus der Tüte ist schnell zubereitet und ideal für Kochmuffel. Als wirklich schmackhaft gilt es jedoch nicht. Stiftung Warentest beweist nun das Gegenteil: Nur zwei Gerichte fielen durch.

Der Griff zu Fertigprodukten spart Zeit und ist bei Gerichten mit vielen Zutaten zumeist die günstigere Variante

Der Griff zu Fertigprodukten spart Zeit und ist bei Gerichten mit vielen Zutaten zumeist die günstigere Variante

Das Vorurteil, dass Fertiggerichte voller Zusatzstoffe stecken, eintönig schmecken und ungesund sind, ist weit verbreitet. Trotzdem verwendet jeder zweite Deutsche gelegentlich Tiefkühlgerichte zum Kochen und zwar dann, wenn es schnell gehen soll. Ob das Vorurteil berechtigt ist, zeigt der aktuelle Test der Stiftung Warentest.

Von "fast so gut wie selbstgemacht" bis "das Fleisch war leicht alt und trocken, das Gemüse bitter", lauten die Urteile für insgesamt 24 Tiefkühl-Nudelgerichte mit und ohne Fleisch. Die Qualitätsurteile für Bami-Goreng, Nudelgerichte mit Hähnchenfleisch, Spinat-Gorgonzola-Nudeln und Tortellini mit Käse-Sahne-Soße reichen deshalb von "gut" bis "mangelhaft".

Fünf Gerichte, drei von Frosta und zwei von iglo, schmecken fast so gut wie selbstgemacht. Sie schneiden in der sensorischen Prüfung "sehr gut" ab. Die Nudeln waren al dente, das Gemüse bissfest bis knackig, der Spinat zart, die Würzung vielfältig, das Fleisch aromatisch und zart. Insgesamt schneiden 13 Tiefkühl-Nudelgerichte mit dem Qualitätsurteil "Gut" ab.

Selberkochen nicht immer günstiger

Bei drei Nudelpfannen erinnern Geruch und Geschmack aber an Fertigsoßen und bei drei Bami-Goreng-Gerichten überdeckt Sojasoße alles andere. Wenig Appetit bereitet das "mangelhafte" Jütro Bami-Goreng: das Fleisch war leicht alt und trocken, das Gemüse dumpf und bitter. "Mangelhaft" schneiden auch die Mama Mancini Tortellini Käse-Sahne von Aldi (Nord) ab. Sie waren teilweise mit Schweinefleisch gefüllt - auf der Verpackung steht das aber nicht.

Wenn die Verpackungen "ohne Aromazusatz" oder "ohne Geschmacksverstärker" versprechen, stimmt das bei den Produkten im Test. 16 von 24 Gerichten enthielten keine Zusatzstoffe und nur drei Produkten waren Aromastoffe zugesetzt.

Dass Selberkochen nicht immer günstiger ist, als zu Fertiggerichten zu greifen, zeigt sich beim Bami-Goreng Gericht. Bei dem Gericht mit vielen Zutaten ist es wesentlich billiger, das Fertiggericht zu kaufen, als alle Zutaten einzeln zu besorgen. Bei einfachen Gerichten, wie Spinat-Gorgonzola-Nudeln lohnt es sich hingegen, selbst zu kochen. Der Test zeigt, dass Tiefkühlgerichte ausgewogene Mahlzeiten sein können. Der Fettgehalt schwankt allerdings erheblich: Er reicht bei einer 400-Gramm-Portion von 5 bis 32 Gramm.

Alle Informationen über den Test Fertiggerichte unter www.test.de/fertiggerichte und in der Zeitschrift "test" 2/2012