Sehr seltene Erkrankung
Säugling in Berlin an Meningokokken gestorben

Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden (Symbolbild
Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden (Symbolbild). Foto
© Monika Skolimowska/dpa
Meningokokken-Erkrankungen sind in Deutschland sehr selten, verlaufen jedoch meist schwerwiegend. In Berlin gab es nun einen Todesfall.

Ein etwa drei Monate altes Baby ist in Berlin an den Folgen einer Meningokokken-Infektion gestorben. Der Säugling sei am 24. Januar mit einem Hautausschlag und Bewusstseinstrübung in die Notaufnahme gekommen, heißt es in einem Bericht zu Infektionskrankheiten des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso). "Er entwickelte ein Waterhouse-Friderichsen-Syndrom und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus", so die Experten. Das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom ist eine besonders schwere Form des septischen Schocks, die laut Robert Koch-Institut (RKI) in etwa einem Drittel der Fälle zum Tod führt. Zuvor hatte die "B.Z." über den Todesfall berichtet.

Einige hundert Infektionen pro Jahr

Meningokokken sind Bakterien, die durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen auf andere Menschen übertragen werden. Sie können eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen. Die Erkrankungen sind laut RKI in Deutschland zwar sehr selten, verlaufen jedoch meist sehr schwerwiegend. Die Todesfallrate betrage 7 bis 15 Prozent, viele Überlebende litten an schweren Langzeitfolgen. 2024 gab es nach RKI-Angaben 344 schwere Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland, 2025 bis Mitte September 227. 

Impfung verfügbar

Die Erkrankung beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, und der Gesundheitszustand verschlechtert sich innerhalb weniger Stunden rapide.

In Deutschland empfiehlt die Stiko seit 2024 für Säuglinge ab dem Alter vonzwei Monaten eine Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe B. Darüberhinaus wird seit Oktober 2025 standardmäßig für Kinder und Jugendliche imAlter von 12 bis 14 Jahren eine Impfung mit einem Impfstoff gegen die Serogruppen A, C, W und Y empfohlen.

dpa

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