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Berlin Ansteckende Hirnhautentzündung im KitKatClub: Das macht Meningokokken so gefährlich

Gäste des Berliner KitKatClubs
Gäste des Berliner KitKatClubs (Archivbild)
© Jürgen Henkelmann/ / Picture Alliance
Ein Besucher des Berliner KitKatClubs ist an einer bakteriellen Hirnhautentzündung erkrankt - offenbar steckte er sich beim Feiern mit Meningokokken an. Die Behörden warnen nun auch andere Gäste vor dem Erreger. Das müssen Sie über die Bakterien wissen.

"Bitte suchen Sie sofort ihre Hausärztin, ihren Hausarzt oder die Rettungsstelle eines Krankenhauses auf": Mit diesen eindringlichen Worten richtet sich das Bezirksamt Berlin-Reinickendorf an Menschen, die vergangenen Samstag im KitKatClub gefeiert haben. (Die vollständige Meldung können Sie hier nachlesen.)

Der Grund: Nach dem Besuch des Clubs erkrankte ein Gast an einer bakteriellen Hirnhauentzündung, hervorgerufen durch Meningokokken. Menschen, die ebenfalls am Samstag in dem Club gefeiert haben, sollten sich daher "unverzüglich vorbeugend behandeln lassen", warnt die Behörde. Bei der Meningokokken-Meningitis handle es sich um eine "schwerwiegende Erkrankung". 

Was macht den Erreger so gefährlich? Und mit welchen Symptomen äußert sich eine Erkrankung? Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

Was ist unter einer Meningokokken-Erkrankung zu verstehen?

Meningokokken sind Bakterien, die schwere Infektionen hervorrufen. Eine Meningokokken-Erkrankung kann binnen weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Grundsätzlich werden zwei Arten von Erkrankungen unterschieden: Meningokokken können eine eitrige Hirnhautentzündung verursachen - die sogenannte Meningitis. Sie tritt bei zwei Dritteln aller Fälle auf. Seltener lösen die Keime eine Bluvergiftung (Sepsis) aus - nämlich bei etwa einem Drittel der Fälle.

Wie häufig sind Meningokokken-Erkrankungen?

Nach Angabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind die Erkrankungen "selten". Es gibt etwa vier Fälle pro einer Million Menschen. Meist handelt es sich dabei um Einzelfälle. Doch auch kleine örtliche Häufungen seien möglich, schreibt die Behörde. Sie treten insbesondere in den Wintermonaten auf.

Wie werden die Bakterien übertragen?

Die Keime sitzen im Nasen-Rachen-Raum Erkrankter. Beim Sprechen, Husten und Niesen können die Erreger in die Luft gelangen und von anderen Menschen eingeatmet werden. "In der Regel ist dazu ein sehr enger Kontakt nötig", schreibt das Bezirksamt Berlin-Reinickendorf. 

Die Erreger können aber auch durch eine Schmierinfektion übertragen werden, beispielsweise durch Nasensekret. Außerhalb des Körpers sterben die Keime rasch ab.

Welche Symptome zeigen Erkrankte?

Die zwei Verlaufsformen der Meningokokken-Erkrankung - Hirnhautentzündung und Sepsis - können einzeln oder kombiniert auftreten. Die Symptome setzen meist sehr plötzlich ein und verschlechtern sich schnell.

Zu den Symptomen einer Hirnhautentzündung zählen Fieber, Kopfschmerzen, ein starkes Krankheitsgefühl und Lichtempfindlichkeit. Erkrankte können stark schläfrig oder benommen wirken. Der Nacken ist schmerzhaft versteift, es kommt oft zu Erbrechen. Der Kreislauf kann zusammenbrechen, mitunter krampfen Erkrankte. Innerhalb weniger Stunden könne sich ein lebensbedrohliches Krankheitsbild entwickeln. Etwa ein Prozent aller Erkrankten stirbt.

Eine Sepsis macht sich unter anderem durch flächenhafte Einblutungen der Haut bemerkbar. Es kann zu einem Kreislaufschock kommen. In der Folge können Gliedmaßen absterben. Bei dieser Form der Infektion liegt die Sterblichkeit bei etwa zehn Prozent.

Wer ist besonders gefährdet?

Grundsätzlich kann jeder an einer Meningokokken-Infektion erkranken. Als besonders gefährdet gelten jedoch Säuglinge im ersten Lebensjahr, Kleinkinder, Jugendliche und Menschen mit geschwächter Abwehrlage. Schlechte hygienische Bedingungen und enge Wohnverhältnisse können eine Übertragung begünstigen.

Gibt es eine Therapie?

Ja, Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Erkrankte werden zunächst isoliert, um eine Übertragung der Erreger zu verhindern.

Wie kann man sich schützen?

Es gibt verschiedene Meningokokken-Arten. In Deutschland sind die Serogruppen B und C am häufigsten. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten gegen die Serogruppe C impfen zu lassen. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. Impfungen gegen weitere Serogruppen sind vor allem für Risikogruppen empfehlenswerte, darunter Menschen mit Immunschwäche, Laborpersonal und Reisende in Länder mit vielen Meningokokken-Erkrankungen.

Quelle:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) - Portal infektionsschutz.de

ikr

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