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Meningitis-Welle in den USA: Zwölf Personen sterben durch verunreinigte Spritze

Durch eine verunreinigte Arznei sind in den USA zwölf Menschen an einer Hirnhautentzündung gestorben, über hundert sind erkrankt. Sie hatten ein Schmerzmittel erhalten, das mit Pilzen verseucht war.

Die von einem verunreinigten Medikament ausgelöste Meningitiswelle in den USA weitet sich aus. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention ) in Atlanta vom Mittwoch starb ein weiterer Mensch an der Hirnhautentzündung. Damit stieg die Zahl der Toten auf zwölf. In den inzwischen zehn betroffenen Bundesstaaten waren 137 Erkrankte gemeldet, 18 mehr als am Vortag. Sie hatten das Mittel in den Rücken gespritzt bekommen.

Die Meningitis greift Gehirn und Rückenmark an. Die Krankheit bleibt oft lange unentdeckt, weil die ersten Symptome zunächst einer Grippe ähneln. Die Patienten fühlen sich schwach und haben Kopfschmerzen und Fieber. Hinzu kommen dann aber Schwindelgefühl und Lähmungserscheinungen - wie bei einem leichten Schlaganfall. Weil die Symptome mitunter erst vier Wochen nach der Ansteckung auftreten, wird die Erkrankung nicht leicht erkannt.

Ursache der Verunreinigung noch unklar

Wie es genau zu dieser Verunreinigung kam, ist laut CDC noch unklar. Insgesamt hatten 76 medizinische Einrichtungen das Präparat mit dem Wirkstoff Methylprednisolon-21-Acetat erhalten. Das Mittel war nach CDC-Angaben in 23 der 50 Bundesstaaten geliefert worden. Mehrere Zehntausend Menschen könnten somit betroffen sein.

Nicht alle Menschen, denen die Arznei gespritzt worden sei, erkrankten, betonte die Behörde. Mit dem Medikament behandelte Patienten, die jetzt etwa über Schmerzen klagten, sich schwach fühlten oder Fieber hätten, sollten aber ärztlichen Rat suchen. Einige Menschen hätten nach der Injektion Schlaganfälle erlitten.

Tennessee bleibt der Schwerpunkt der Meningitiswelle. Ein Drittel der Erkrankten (44) und die Hälfte der Todesfälle (6) wurden in dem Südstaat registriert. Die beiden anderen Brennpunkte sind das nicht weit entfernte Virginia mit 27 Erkrankten und einem Toten und das weit im Norden gelegene Michigan. Hier starben drei Menschen, 28 Erkrankte wurden gemeldet.

DPA/AFP/lea / DPA

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