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"Bild" contra Wulff Gedächtnisstütze für den Bundespräsidenten


Um Bundespräsident Christian Wulff auf die Sprünge zu helfen, schickte ihm die "Bild"-Zeitung eine Abschrift der umstrittenen Mailbox-Nachricht, die Wulff am 12. Dezember bei Chefredakteur Diekmann hinterlassen hatte. Das Tauziehen um die Veröffentlichung des Wortlauts geht weiter.

Die "Bild"-Zeitung hat Bundespräsident Christian Wulff eine Abschrift des Wortlauts seines Anrufs auf die Mailbox von Chefredakteur Kai Diekmann übermittelt. Dies sei geschehen, damit sich Wulff "bei Aussagen darüber nicht nur auf seine Erinnerung stützen muss", teilte der Springer-Verlag am Freitag mit.

Zugleich bekräftigte die "Bild"-Chefredaktion ihre Entscheidung, eine Veröffentlichung nicht ohne Zustimmung des Bundespräsidenten vorzunehmen. Wulff hatte diese Zustimmung am Donnerstag nicht erteilt.

Bei dem Anruf vom 12. Dezember hat Wulff nach seinen Angaben um eine Verschiebung des Berichts über seinen umstrittenen Privatkredit gebeten. Die "Bild"-Zeitung argumentiert, er habe die Berichterstattung nicht nur hinauszögern, sondern verhindern wollen.

Tauziehen um die Veröffentlichung

Das Tauziehen um die Veröffentlichung der Mailbox-Nachricht nimmt somit kein Ende. Nach Informationen des ARD-"Morgenmagazin" bat Wulff tatsächlich um einen Aufschub der Berichterstattung. Unklar sei allerdings, ob Wulff vielleicht im Gesamtkontext der Nachricht auch verlangt habe, dass die Berichterstattung nicht veröffentlicht werde.

SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte Merkel in der "Bild" (Samstagsausgabe) dagegen auf, Wulff zur Veröffentlichung der Nachricht zu drängen. Gabriel selbst wollte aber erneut nicht Wulffs Rücktritt fordern. "Wir haben ihn nämlich nicht gewählt", sagte er zur Begründung.

Wulff selbst hatte die Nachricht als "schweren Fehler" bezeichnet.

tmm/DPA DPA

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