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Gebt sie mir!: Väter und Mütter, gebt mir eure Kinder

Als die Nazis die Deportation der Kinder verlangten, hielt der Chef des Judenrates, Chaim Rumkowski, im September 1942 eine erschütternde Rede an die Bewohner des Ghettos:

"Niemals habe ich mir vorgestellt, dass meine eigenen Hände das Opfer zum Altar bringen müssten. Nun, im Alter, muss ich meine Hände ausstrecken und betteln: Brüder und Schwestern, gebt sie mir! Väter und Mütter, gebt mir eure Kinder! (...)

Gestern gab man mir den Befehl, etliche 20 000 Juden aus dem Ghetto zu deportieren. Tun wir es nicht, so tun es andere. Es stellt sich die Frage: Hätten wir es übernehmen und ausführen sollen, oder hätten wir es anderen überlassen sollen, es durchzuführen? Da wir aber nicht von dem Gedanken beherrscht sind: "Wie viel werden verloren gehen?", sondern von dem Gedanken: "Wie viele wird man retten können?", sind wir, das heißt ich und meine engsten Mitarbeiter, zu dem Schluss gekommen, dass wir die Ausführung dieses Verhängnisses in unsere Hände nehmen müssen, wie schwer uns dies auch fallen sollte.

Ich muss diese schwere und blutige Operation durchführen, ich muss Glieder amputieren, um den Körper zu retten. (...) Ich bin heute nicht gekommen, um euch zu trösten, ich bin nicht gekommen, um euch zu beruhigen, sondern um euer ganzes Leid und Weh aufzudecken. Wie ein Räuber bin ich gekommen, um euch das Beste aus euren Herzen herauszureißen!

Mit all meinen Kräften habe ich versucht, das Verhängnis abzuwenden und - nachdem abwenden unmöglich war - es zu mildern. Heute habe ich die Registrierung aller neunjährigen Kinder angeordnet. Wenigstens die neun- bis zehnjährigen Kinder wollte ich retten. Doch hat man nicht nachgegeben. Eines ist mir gelungen: die zehnjährigen Kinder zu retten, möge euch das in eurem großen Leid zum Trost sein. (...)

Vor euch steht ein vernichteter Jude. Beneidet mich nicht! Es ist dies die schwerste Anordnung, die ich je ausführen musste. Ich strecke meine zerschlagenen, zitternden Hände zu euch und bettele: Legt eure Opfer in meine Hände, damit ich weitere Opfer verhindern kann, damit ich eine Gruppe von 100 000 Juden retten kann."

Innerhalb weniger Tage nach dieser Rede wurden fast alle Kinder, Alten und Kranken - also die, die für die Nazis nicht nützlich waren - in die Vernichtungslager deportiert. Insgesamt mehr als 15 000 Menschen.

Original der deutschen Übersetzung im Staatsarchiv Lodz (Sig. APL, PSZ 1091), Abdruck mit Genehmigung der Arbeitsstelle Holocaustliteratur, Universität Gießen

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.