HOME

100 Jahre Waldhaus: Refugium für Nobelpreisträger

Das Hotel Waldhaus im graubündnerischen Sils-Maria könnte in Superlativen schwelgen, doch das nahezu kultisch verehrte Grandhotel gibt sich eher bescheiden. Das Publikum ist nicht laut und mondän wie drüben in St. Moritz, sondern zurückhaltend, kultiviert und gelassen kosmopolitisch.

Von Zora del Buono

Die Engadiner Bergwelt staunte, als 1908 auf einem Fels über dem kleinen Dorf mitten im Wald dies markante Gebäude erbaut wurde, das eher wie eine Burg anmutetel. Bislang war Sils-Maria bekannt gewesen für einen ganz besonderen Gast: Friedrich Nietzsche verbrachte Sommer um Sommer im Dorf, hier schrieb er seinen Zarathustra. Mit dem Bau des Waldhauses zogen andere Geistesgrößen in das ruhige Örtchen auf der Hochebene ein.

Das Waldhaus ist das letzte Grandhotel der Schweiz, das nach wie vor in Familienhand ist, und seine Gäste sind eine treue Gemeinde. Auch sie kommen teilweise bereits in vierter Generation hierher. Die Aura des Hauses war immer von Prominenz geprägt, Künstler und Intellektuelle wurden davon angezogen und werden es heute noch. Thomas Mann, Hermann Hesse, Richard Strauss, Albert Einstein, Erich Kästner, alle waren sie hier - und zwar monatelang.

Auch David Bowie, Rod Stewart und Isabelle Huppert sind im Waldhaus zu Gast gewesen. Sie wussten zu schätzen, was das Einmalige ist: Stars werden in Ruhe gelassen und sitzen in der Halle wie alle anderen Menschen auch; um vier Uhr beim Hauskonzert des slowakischen Trios, Kuchen essend, Kaffee trinkend, durch den Lärchenwald auf die Berge und in den Himmel schauend. Seit hundert Jahren schon.

Klicken Sie auf "Fotostrecke". Dort findet der Artikel seine Fortsetzung.

Waldhaus Sils
CH-7514 Sils-Maria, Tel. +41 81 838 51 00
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity