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Historischer Fund: Überraschung beim Abriss: In Haus eingemauerte Waggons aus Zweitem Weltkrieg entdeckt

Im fränkischen Feucht haben Arbeiter beim Abreißen eines Wohnhauses uralte eingemauerte Eisenbahn-Waggons gefunden. Der ursprüngliche Besitzer hat mit ihrer Hilfe womöglich die Behörden überlistet.

waggon weltkrieg

Einer der freigelegten Uralt-Waggons. Die Wagen standen ohne Räder auf hartem Fundament. Durch die herausgeschnittenen Löcher in der Mitte führte offenbar eine Treppe ins Obergeschoss des umgemauerten Hauses.

Im mittelfränkischen Feucht staunten die Mitarbeiter eines Abbruchunternehmens Anfang der Woche nicht schlecht. Sie waren am Montag angerückt, um ein Einfamilienhaus abzureißen. Als sie anfingen die Außenwände abzutragen, offenbarte sich eine Überraschung. Im Innern des Hauses waren zwei komplette Eisenbahn-Waggons verbaut, die Stück für Stück freigelegt wurden, wie „Nordbayern.de“ berichtet. 

Das abzureißende Haus war einfach um die beiden nebeneinanderstehenden Waggons herum gebaut worden, so dass diese von außen nicht mehr zu sehen waren – bis die Bagger anrückten.

Auf einem der zehn Meter langen Waggons ist das Logo der Deutschen Reichsbahn aus der Zeit nach 1937 mit Lorbeerkranz und Reichsadler zu sehen. Das Hakenkreuz im Lorbeerkranz wurde entfernt. Auch die Seriennummer und weitere Angaben sind noch teilweise zu erkennen. Die Fundstücke wurden demnach in den Jahren 1901 und 1922 gefertigt.

Ältere Einwohner erinnern sich 

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Ein Blick ins Innere eines der Wagen

Herbert Bauer, Marktgemeinderat in Feucht, erläutert auf stern-Anfrage: „Weder wir im Marktgemeinderat noch die Verwaltung wussten offenbar von der Existenz der Waggons im Hausinneren“. Allerdings hätten in der Zwischenzeit ältere Einwohner der Gemeinde erzählt, dass sie als Kinder in den Waggons gespielt hätten und vom Besitzer stets weggeschickt worden wären. Die Waggons standen seit 1947 auf dem Grundstück.

Im Bericht wird mit Bezug auf Zeitzeugen spekuliert, dass der damalige Bauherr seinerzeit womöglich keine Genehmigung für einen Hausbau hatte, sondern auf dem Grundstück lediglich die Waggons abstellen durfte. Vielleicht wohnte er zunächst darin. Er könnte das Haus mit Anschluss eigenmächtig um die Wagen herumgebaut haben. 

Der Abbruchunternehmer ließ die Waggons dem Bericht nach auf eigene Kosten bergen und abtransportieren. Er wusste offenbar, dass Waggonteile im Haus verbaut waren, hätte aber nicht mit zwei kompletten Wagen gerechnet. Er wolle die historischen Fundstücke nun restaurieren, damit sie erhalten bleiben, heißt es im Bericht. 

Waggons

Stück für Stück legten die Abrissbagger die historischen Waggons frei

In der Kirche St. Jakob in Herxheim (Rheinland-Pfalz) hängt im Glockenturm eine Bronzeglocke mit Hakenkreuz und dem Spruch "Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler".
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