Sassnitz Abgeschiedenes Winteridyll


Vor allem zum Jahreswechsel bietet die Insel Rügen Ruhe und Zeit für wohlige Einsamkeit. Im Erholungsort Sassnitz sind noch Betten frei - für jeden Geldbeutel.
Von Caroline Werner

Am östlichen Zipfel der Insel Rügen, direkt am Meer, liegt das kleine Städtchen Sassnitz. Umschlossen von einer steilen Kreideküste und den Wäldern der Stubnitz ist es die nördlichste Hafenstadt des Landes Mecklenburg-Vorpommern.Egal zu welcher Jahreszeit man den Ort aufsucht - Ruhe, Abgeschiedenheit und das Rauschen des Meeres sind bei einer Reise inklusive. Aber vor allem im Winter bietet Sassnitz eine unvergleichliche Atmosphäre. Die Touristen sind zum größten Teil abgereist. Nur noch die Einwohner, Fischer und ein paar wenige Menschen, die die Einsamkeit suchen, sind unterwegs - in dicke Jacken gemummt.

Quirliges Treiben an der Hafenpromenade

In Sassnitz tobt das Leben nicht am Strand, dort herrscht das quirlige Treiben an der Hafenpromenade. Man trifft noch echte Seebären, die bei Angel- oder Ausflugsfahrten Seemansgarn spinnen. Fischer landen ihren Fang an: Flundern, Heringe, Dorsche, die dann, gerne mit knusprigen Bratkartoffeln, fangfrisch auf dem Teller landen. Aber was für Touristen so idyllisch aussieht, ist für die Fischer harte Arbeit. Das lernt der Besucher in den zahlreichen Museen rund um das Thema Fischerei, Hafen und Unterwasserwelt. Ein altes U-Boot, "Her Majesty's Submarine Otus", wurde zum Museum umgebaut und liegt am Hafen vor Anker. Ursprünglich fuhr es für die britische Royal Navy, bevor es 1991 ausgemustert wurde. Aber auch die Museen nehmen ihre Besucher mit auf historische Zeitreisen und laden Interessierte in ihre Erlebniswelt ein.Wenn man vom U-Boot aus der etwa 1,5 Kilometer langen Hafenmeile folgt, taucht das auffällig gelbe Gebäude der Töpferei von Sassnitz auf. Dort kann man den ausschließlich weiblichen Handwerkern beim Töpfern zusehen und maritime, handgemachte Teller, Vasen oder Tassen erwerben. Und mit viel Glück darf man sich auch schon mal selbst an die Drehscheibe setzen. Übrigens findet im Gebäude der Töpferei jeden Mittwoch ein exklusiver Kinoabend statt. Jenseits von Hollywood kommen dann Cineasten auf ihre Kosten.

Europas längste Außenmole

Wer genug Zeit hat und gut zu Fuß ist, sollte sich das einmalige Abenteuer gönnen und die 1912 fertig gestellte, 1450 Meter lange Mole, bis zum Leuchtturm erkunden. Es ist Europas längste Außenmole.

Viele Kneipen, Restaurants und kleine Geschäfte laden ein zum Verweilen in Sassnitz. Cocktails und Live Musik gibt es in der Florita Bar. Filme und Lesungen bietet das Grundtvighaus an.Parkplätze stehen am und im Hafenbereich ausreichend zur Verfügung. So ist der Sassnitzer Hafen ein guter Ausgangspunkt zum Entdecken des alten Satdtkerns.

Villen mit alter Bäderarchitektur & Weihnachtsmarkt

Obwohl Sassnitz schon Anfang des 19. Jahrhunderts zu den mondänsten Bädern an der Ostseeküste gehörte, liefen ihr Binz, Sellin und Göhren wegen ihrer schöneren Strände später den Rang ab. Dabei bietet die Sassnitzer Altstadt liebevoll restaurierte Villen mit alter Bäderarchitektur. Heute wohnen wieder die Sommerfrischler darin. Auf den Hügeln der Stadt gelegen, gestatten die schönen Häuser von ihren verzierten Balkonen den Blick aufs Meer.Besonders zur Winterzeit ist der urgemütliche Weihnachtsmarkt in der Altstadt von Sassnitz der romantische Höhepunkt des Jahres. Bewohner und Gäste der Stadt treffen sich dort am ersten Dezemberwochenende und plaudern bei Glühwein, frischem Stollen und weihnachtlicher Musik.

Nationalpark & Kreideküste

Aber nicht nur das Element Wasser übt in der Hafenstadt Sassnitz eine ungeheure Faszination aus. Die Stadt ist der wichtigste touristische Ausgangspunkt zum Nationalpark Jasmund, Deutschlands flächenmäßig kleinstem Nationalpark. Wen es einmal aus der Stadt zieht, muss nur einen Katzensprung zurücklegen, um sich inmitten der Buchenwälder der Stubnitz oder an der bizarren Kreideküste mit dem 119 Meter hohen Königsstuhl wiederzufinden. Von dort aus kann man bei wunderbaren Spaziergängen über die Steilküste bis zum Meer flanieren.


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