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Studie zum Reiseverhalten: Deutsche planen weniger Urlaub

Es ist für viele die schönste Zeit des Jahres - der Urlaub. Doch aus Angst vor Arbeitsplatzverlust verzichten die Deutschen auf ihre Reise. 2010 werden viele weniger und kürzer reisen, zudem verbringen immer mehr ihre Ferien in Deutschland. Es gibt nur eine Gruppe, die häufiger in Urlaub fahren will.

Die Angst vor Arbeitslosigkeit bremst die Reiselust der Deutschen. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung sind für dieses Jahr etwa vier Prozent weniger Urlaubsreisen geplant, wie eine Umfrage des Nürnberger Marktforschers Gfk ergab. Demnach sank die Zahl der schon jetzt geplanten Reisen für die Zeit bis Oktober 2010 auf 55,4 Millionen. Für die bis April laufende Wintersaison betrage das Minus 3,1 Prozent, für den Sommer 4,1 Prozent.

Die Menschen könnten trotz der jüngsten konjunkturellen Erholungstendenzen noch nicht gut einschätzen, wie sich die wirtschaftliche und ihre persönliche Lage im Laufe des Jahres entwickeln werde. "Entsprechend vorsichtig fällt die Urlaubsplanung aus", so GfK-Autor Roland Gassner. Nur jede vierte geplante Reise ist schon verbindlich gebucht.

Hoffen auf Spätbucher-Rabatte

Vier Prozent der Deutschen werden in diesem Jahr gar nicht verreisen. Ein großer Teil hofft wohl noch auf Sonderaktionen und Rabatte; denn die Mehrheit der Deutschen (58 Prozent) glaubt, dass sich bei kurzfristigen Buchungen mehr Geld sparen lässt als bei Frühbucher-Angeboten. 20 Prozent der Befragten wollen ihre Reise deshalb kurzfristig buchen. Um möglichst günstig durch den Urlaub zu kommen, gaben 38 Prozent an, einen All-Inclusive-Aufenthalt zu bevorzugen, um die Kosten vor Ort besser überblicken zu können.

Weitgehend unbeeindruckt von der wirtschaftlichen Entwicklung zeigen sich die über 65-Jährigen: Laut GfK-Umfrage plant diese Gruppe gut zehn Prozent mehr Reisen als im Vorjahr. Kreuzfahrten dürften ähnlich wie in den vergangenen fünf Jahren knapp zweistellig wachsen, erklärte Gassner. Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von über 3.250 Euro planten sechs Prozent mehr Urlaubsreisen. Und: Wer in den Urlaub fährt, gibt auch mehr Geld aus als im Jahr zuvor. 17 Prozent der Deutschen - und damit 40 Prozent weniger als im Vorjahr - sich beim Urlaub einzuschränken.

Erneut besonders gefragt sind der Umfrage zufolge Reisen innerhalb Deutschlands. Die Planungen lägen 2,8 Prozent höher als im Vorjahr. Dies sei vor allem auf die um 4,1 Prozent gestiegene Nachfrage nach Kurztripps mit maximal vier Übernachtungen zurückzuführen. Für die vier Mal jährlich erscheinende Studie "GfK TravelScope" wurden 20.000 Haushalte zu ihren Urlaubsplänen befragt.

Reuters/DPA/APN / DPA / Reuters
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