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Timesharing: Mehr Rechte für Touristen

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Rechte von Urlaubern gestärkt, die im Ausland Verträge über Ferien-Tauschwochen (Timesharing) abgeschlossen haben. Jetzt kann bei Streitfällen vor deutschen Gerichten geklagt werden.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil bestimmte der BGH, dass Prozesse über solche Verträge mit deutschen Urlaubern in Deutschland und nicht im Ausland abgehalten werden müssen. Dafür seien deutsche Gerichte zuständig. Der Achte Zivilsenat gab im konkreten Fall Spanien-Urlaubern recht, die auf Teneriffa zum Abschluss eines Tauschurlaubsvertrags überredet worden waren. Als sie später vom Vertrag zurücktraten und die monatliche Gebühr nicht zahlten, verklagte sie die in Liechtenstein ansässige Firma Nova Ferien Plus. (Az.: VIII ZR 103/07)

Die Urlauber waren im September 2004 in der Fußgängerzone von Puerto de la Cruz angesprochen worden, um Lose zu ziehen. Nachdem sich das gezogene Los als Treffer herausstellte, sollten sie ihren Gewinn in einer Ferienanlage aussuchen. Dort wurden sie überredet, gegen eine monatliche Gebühr von 83 Euro Ferien-Tauschwochen abzuschließen. Damit erwarben sie das Recht, zwei Wochen im Jahr auf irgendeiner Ferienanlage des Unternehmens in Spanien zu verbringen.

Die Urlauber widerriefen den Vertrag jedoch nach eineinhalb Wochen. Nova Ferien Plus klagte daraufhin in Deutschland auf Zahlung von 996 Euro, scheiterte allerdings in mehreren Instanzen. Auch der BGH bestätigte die Sprüche der Vorinstanzen und entschied zugunsten der Verbraucher.

Zudem stellte der BGH fest, dass grundsätzlich für solche Fälle deutsche Gerichte zuständig seien, wenn die Beklagten in Deutschland wohnen. Bei vielen Verfahren haben sich deutsche Gerichte in der Vergangenheit für nicht zuständig erklärt und geltend gemacht, der Prozess müsse in dem jeweiligen Urlaubsland geführt werden.

Reuters

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