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Flughafen Odessa: Erst Fehlversuch, dann Bruchlandung: Turkish-Airlines-Pilot kämpft mit der Landebahn

Schwerer Zwischenfall in der Ukraine: Bei der Landung in Odessa kommt eine Boeing 737 von der Piste ab. Dann macht der Pilot einen weiteren Fehler und das Bugfahrwerk bricht zusammen.

Bange und lange Schreckensminuten für die 134 Menschen an Bord einer Boeing 737-800 von Turkish Airlines: Als am Donnerstag vergangener Woche ein Jet der Fluglinie Turkish Airlines zur Landung in Odessa ansetzt, kommt es laut der Transponderdaten nur zu einer sehr kurzen Bodenberührung, und der Jet startet durch.

Auf der Website von flightradar24.com ist deutlich zu sehen, wie der aus Istanbul kommende Flug mit dem Kürzel TK467 nach dem Durchstartmanöver auf eine Flughöhe von 2200 Metern steigt und westlich von Odessa mehrere Warteschleifen dreht.

Als die Maschine mit der Zulassung TC-JGZ nach ungefähr einer halben Stunde zum zweiten Versuch ansetzt, missglückt die Landung. Zwar bremst der Pilot die Maschine ab, doch verliert er am Ende des Landevorgangs auf der Piste 16 die Kontrolle: Die Boeing kommt neben der asphaltierten Landebahn zum Stehen, und das Bugfahrwerk bricht in sich zusammen.

Fotos zeigen, wie der vordere Teil des Rumpfes auf dem Boden aufliegt. Über die Notrutschen gelangten Passagiere und Crew ins Freie. Niemand sei bei dem Zwischenfall verletzt worden, meldete inzwischen die Airline.

Glück im Unglück

"Beim Versuch, auf die Landebahn zurückzukehren, brach das Bugfahrwerk zusammen und das Flugzeug hielt am linken Rand der Landebahn an, wobei das rechte Hauptfahrwerk auf der Landebahnoberfläche und das linke Hauptfahrwerk außerhalb der Landebahn blieben", heißt es in einer Mitteilung des ukrainischen National Bureau of Air Accidents Investigation (NBAAI).

In Internetforen wird vermutet, dass zum Zeitpunkt des Unglücks heftige Seitenwinde herrschten. Der Flughafen von Odessa ist unter Piloten wegen des schlechten Zustandes seiner 2800 Meter langen Betonpiste berühmt-berüchtigt. Noch am Freitag ruhte der Flugverkehr am gesamten Airport. Erst am Samstag wurden erste Flüge wieder aufgenommen.

Weitere Zwischenfälle türkischer Jets 

Turkish Airlines hat nach der Bruchlandung keine Flüge von und nach Odessa durchgeführt. Selbst für heute wurden alle Flüge gestrichen. Auch alle drei täglichen Flüge zwischen Istanbul und Odessa wurden von der Airline für Dienstag gecancelt. Air Ukraine fliegt allerdings weiterhin nach Istanbul.

Nach Angaben der Website "austrianwings.info" kam in Odessa am 21. November auch ein türkischer Privatjet von der Piste ab. Bereits am 10. September kam ebenfalls eine Boeing 737-800 jedoch mit anderer Kennung und 154 Menschen an Bord nach der Landung in Istanbul vom Taxiway C ab und blieb im losen Untergrund stecken.

"Die türkische Luftfahrt kämpft seit Jahren mit einer verhältnismäßig schlechten Sicherheitsstatistik", schreibt das Portal. "Die Hintergründe dafür: unter anderem fachliche Defizite bei vielen Piloten, kulturell bedingte Faktoren sowie gesetzliche Rahmenbedingungen."

Quellen: www.nbaai.gov.uawww.avherald.com und www.austrianwings.info

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