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Harte Sanktion: Ryanair kündigt Mitarbeitern, die mit diesem Protest-Foto auf Facebook für Wirbel sorgten

Sechs portugiesische Flugbegleiter hatten im Oktober mit einem (gestellten) Foto für Furore gesorgt: Es zeigt, wie sie in einem spanischen Flughafenbüro vermeintlich auf dem Boden schlafen. Nun wurden die Mitarbeiter von Ryanair entlassen.

Ryanair-Mitarbeiter liegen auf dem Boden eines Flughafenbüros

Ryanair-Mitarbeiter liegen auf dem Boden eines Flughafenbüros in Spanien

Seit Jahren schon steht die Billigfluglinie Ryanair immer wieder in der Kritik: Um trotz der günstigen Ticketpreise noch für Gewinne zu sorgen, werden sowohl Passagieren als auch Mitarbeitern oft unkomfortable Bedingungen zugemutet. Am 14. Oktober protestierten sechs Flugbegleiter aus Portugal gegen die schlechte Behandlung mit einem Facebook-Foto, das für Furore sorgte: Da sie nach einem Unwetter spätabends im spanischen Malaga gestrandet waren, mussten sie sich bis zum nächsten Morgen in einem kargen Flughafenbüro aufhalten. Für das Foto legten sie sich, scheinbar schlafend, auf den Boden des Raumes. Die Fluggesellschaft hatte ihnen keine Hotelübernachtung zugestanden. Die sechs Fotografierten erhielten jetzt ihre Kündigung.

Das Bild war gestellt, geschlafen hat keiner der Mitarbeiter auf dem harten Boden. Die sechs Fotografierten waren Teil einer Gruppe von acht Piloten und 16 Flugbegleitern, die in Malaga die ganze Nacht lang in besagtem Flughafenbüro ausharren mussten. Dort standen jedoch nur sieben Stühle bereit, angeblich auch weder Wasser noch Nahrung.

Ist das Foto "fake" oder berechtigter Protest?

Das Foto der schlafenden Flugbegleiter sorgte für einen Shitstorm gegen die Billigfluglinie. Die wiederum zeigte sich empört, dass die Mitarbeiter sich extra für den Facebook-Protest auf dem Büroboden positioniert hatten. Ryanair nannte das Bild ein "Fake" und kommentierte, dies sei "ein Verhalten, das das Ansehen ihres Arbeitgebers beschädigt und einen irreparablen Vertrauensverlust zu diesen sechs Personen" habe. Ryanair postete auf seiner eigenen Facebook-Seite ein Überwachungsvideo aus dem spanischen Flughafenbüro, auf dem zu sehen ist, wie sich die sechs Betroffnen für das Bild auf den Boden legen.

Deshalb flatterte den sechs Flugbegleitern nun die Kündigung ins Haus. “Alle sechs Mitarbeiter der Kabinencrew aus Porto wurden am Montag entlassen", bestätigt Ryair der "Daily Mail". Die Begründung: "Vertragsbruch in Form von schwerem Missverhalten, nachdem sie für ein gefälschtes Foto posierten, um den falschen Vorwurf zu untermauern (der von internationalen Medienhäusern verbreitet wurde), dass sie gezwungen wurden, auf dem Boden des Aufenthaltsraumes in Malaga zu schlafen." 

Kein Essen und keine Getränke

Während die Mitarbeiter zwar nicht "gezwungen" wurden, auf dem Boden zu schlafen, konnte Ryanair nicht ausräumen, dass die Crews die ganze Nacht über in dem Raum ausharren mussten und weder Mahlzeit noch Hotel angeboten bekam. Die Fluggesellschaft sprach von "einer kurzen Zeit", doch Fernando Rikote, ein Sprecher der spanischen Gewerkschaft SITCPLA in Malaga, bestätigte, dass die Crews erst am nächsten Vormittag um 11.30 Uhr zurück nach Porto fliegen konnten. "Ohne sich wirklich erholen zu können und ohne geschlafen zu haben." Er behauptet zudem, dass die Mitarbeiter den Flugkapitän vor dem Rückflug gefragt hätten, ob sie aus der Flugzeugbar einige Sandwiches aufwärmen und sich Softdrinks nehmen könnten. Der Kapitän habe das bei der Zentrale angefragt und als Antwort erhalten: "Nein, können sie nicht."

Gegen die Kündigung der sechs Mitarbeiter will deren Gewerkschaft in Portugal nun gerichtlich vorgehen. “Ryanair glaubt, dass sie durch die Veröffentlichung des Fotos Schaden genommen hätten. Doch es war nicht mehr als ein Ausdruck der berechtigten Empörung der Mitarbeiter", so Luciana Passo, Chef der Gewerkschaft SNPVAC. "Das Anwaltsteam der Gewerkschaft wird sich der Sache nun widmen."

Quelle: "The Sun" / "Daily Mail"

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wt

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