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Zwischenfall am Dublin Airport: Ryanair lässt Rollstuhlfahrerin am Gate stehen

Die Studentin Niamh Herbert wollte zur Fashion Week nach London fliegen. Doch die Rollstuhlfahrerin bekam am Gate in Dublin statt Hilfe eine Abfuhr: Der Kapitän flog ohne sie los - weil sie keine Treppen steigen kann. Doch sie wehrt sich.

Ein Kampf wie David gegen Goliath: Eine junge Studentin wehrt sich gegen das diskriminierende Verhalten einer großen Fluggesellschaft. Als Niamh Herbert vom Trinity College am vergangenen Freitag zu einem Kurztrip von Irland nach London-Stansted fliegen möchte, ist sie im Besitz einer Bordkarte für den Ryanair-Flug mit der Nummer FR202.

Doch am Gate 104 wird ihr vom Bordpersonal gesagt, sie möge 15 Minuten warten, bis Hilfe für ihr Boarding kommt.

Doch niemand hilft ihr. Stattdessen wird sie aufgefordert, "der Einfachheit halber" die Treppe selber hochzusteigen - ein Ding der Unmöglichkeit für einen Menschen, der im Rollstuhl sitzt.

Der Zynismus der Fluglinie mit dem "fürchterlichen Service" ist kaum zu überbieten. "Der Kapitän rollt los, ohne mich", twittert Niamh Herbert an ihre fast 50.000 Follower. Denn die Studentin äußert sich in genau dieser Woche nicht über einen privaten Account mit nur wenigen Followern, sondern twittert für @ireland, einer prominenten Site, die alle acht Tage andere Personen zu Wort kommen lässt.

Weinend wird sie am Gate zurückgelassen. Keiner der Flugbegleiter kümmert sich um sie. Erst als sie mit juristischen Maßnahmen wie einer Klage droht, wird sie auf einen späteren Flug umgebucht.

Niamh Herbert verlangt von der Billigfluglinie eine Entschuldigung. Ryanair äußerte sich zunächst in einem lapidaren Tweet. "Unsere Crew am Flughafen Dublin bietet Hilfe an. Bitte melden Sie sich, wenn Sie weitere Informationen benötigen."

Auf Anfrage der "Dialy Mail" äußerte sich die Airline ausführlicher und schildert im Nachhinein den Fall anders: "Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, aber dieser Kunde kam 13 Minuten vor dem Abflug zum Gate und hatte keinen Rollstuhl-Service gebucht."

Inzwischen hat die Studentin London besucht und ist nach Irland zurückgekehrt  - ohne erneute Diskriminierung beim Fliegen. 

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Ergänzung vom 21. Februar: Ryanair hatte die Kundin auf den nächsten verfügbaren Flug ohne Zusatzkosten umgebucht. Laut Robin Kiely, Head of Communications von Ryanair, reisen jede Woche tausende Passagiere mit eingeschränkter Mobilität ohne Probleme. "Alle Kunden, die Hilfe mit ihrem Rollstuhl benötigen, werden gebeten, dies im Voraus anzugeben."

tib

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