HOME
Blog

Follow Me: Flüge in die USA: Warum Billigflieger keine Schnäppchen sind

Es ist paradox: Trumps Einreisebann wirkt abschreckend auf USA-Reisende. Aber 2017 steuern immer mehr Airlines weitere Ziele in den USA an, darunter neue Billigflieger mit Kampfreisen ab 129 Euro. Ein Tarifvergleich, der verblüfft.

Airbus A380 der Lufthansa und Boeing 787 von Norwegian

Moderne Flugzeuge: Der Airbus A380 der Lufthansa fliegt von Frankfurt nach Miami und die Boeing 787 von Norwegian von Oslo nach Fort Lauderdale in Florida.

Unter den beiden Amtsperioden von Präsident Obama boomten USA-Reisen. Doch mit der neuen Abschottungspolitik von Präsident Trump sind die Buchungen für Transatlantikflüge aus Westeuropa allein um 13,8 Prozent zurückgegangen, wie das Unternehmen Forward Keys meldet.

Das ist besonders für die geschrumpfte Fluglinie Air Berlin bitter, die ihre Rettung in einer Aufstockung der Langstreckenflotte zum Sommerflugplan auf 17 Maschinen sucht. 84 Flüge pro Woche gehen allein zu acht Zielen in den Vereinigten Staaten, von New York über Orlando bis San Francisco. Auch aus der Gegenrichtung geht die Nachfrage zurück. Terroranschläge wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt sind Gift für die Reiselust der Amerikaner. Zusätzlich werfen neue Player wie die isländische Wow Air und Norwegian enorme Kapazitäten auf den Markt.

Wir stellen die neuen Billigflieger vor, die jetzt auch Langstreckenflüge anbieten, und haben die Angebote geprüft: Für einen identischen Zeitraum haben wir die Flugpreise abgefragt - inklusive einen aufgegebenen Koffer und Verpflegung an Bord.

Eurowings A330-200

Eurowings hat Maschinen vom Typ Airbus A330-200 geleast, die zwischen den Jahren 2002 und 2004 bei Eva Air, Turkish Airlines und Qatar Airways in Dienst gestellt wurden, und ab Köln Langstreckenziele anfliegen.

Eurowings

Die Lufthansa-Tochter hatte beim Start vor einem guten Jahr mit erheblichen Flugverspätungen zu kämpfen, als die ersten Airbus A330 mit Besatzungen der Sun Express zur Flotte kamen. Öfters wurden neue Ziele wie Boston angekündigt, doch später gar nicht erst angeflogen. Jetzt werden neben touristischen Zielen in Asien und in der Karibik im Sommerflugplan auch Miami, Las Vegas und Seattle genannt.

Die inzwischen sieben geleasten Airbus A330-200 haben 310 Sitzplätze mit drei unterschiedlichen Sitzzonen: Zwischen den Standardsitzen und den breiteren Premiumsitzen beim Best-Tarif in den vorderen Reihen (115 cm Sitzabstand) gibt es 48 Plätze mit zehn Zentimetern mehr Beinfreiheit. Das "more comfort"-Angebot ist für einen Aufpreis von 90 Euro pro Strecke zu reservieren. Beim Basic-Tarif müssen Urlauber Kosten für die Mahlzeiten, Getränke und Gepäck einplanen.

Icelandair Boeing 757

Icelandair fliegt vor allem mit der Boeing 757 - hier die "Hekla Aurora" mit  Sonderbemalung. 25 Exemplare gehören neben vier Boeing 767 zur Flotte.

Icelandair

Die isländische Fluglinie hat es vorgemacht: Seit Jahrzehnten bietet Icelandair Flüge von Europa in die USA mit einem kostenlosen Stopover in Reykjavik an. Inzwischen ist deren Streckennetz zum Sommerflugplan 2017 mit Flügen zum Beispiel ab Hamburg, Frankfurt oder München auf 18 Städte in Nordamerika zwischen Anchorage in Alaska und Tampa in Florida gewachsen. Neben der schmalen Boeing 757 kommen auch größere Maschinen vom Typ 767 ab Frankfurt und Zürich zum Einsatz.

Es gibt an Bord ebenfalls drei Klassen, die Economy, Economy Comfort und Saga Class genannt werden und unterschiedliche Sitzabstände verfügen. Besonderes Plus: Auch in der Economy Class ist mindestens ein Gepäckstück à 23 Kilogramm frei, ebenso die Getränke. Mahlzeiten und alkoholische Getränke sind in den günstigen Eco-Tarifen kostenpflichtig.

Airbus A321 von Wow Air

Ein Airbus A321 von Wow Air mit auffälligem Schriftzug. Auf den Strecken zur US-Westküste kommt der Airbus A330-300 zum Einsatz.

Wow Air

Die Start-up-Fluglinie aus Island kopiert das Model mit einem Drehkreuz am Flughafen Keflavik. Erst 2012 wurde Wow Air von Skúli Mogensen als Billigflieger gegründet und steuert ab Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt und Salzburg via Island acht Städten in den USA und Kanada an. Die Airline wirbt aktuell mit Kampfpreisen für USA-Flüge ab Berlin-Schönefeld ab 129 Euro one way. 

Zum Einsatz auf den Nordamerika-Strecken kommen moderne Airbus vom Typ A330-300 mit bis zu 350 Plätzen, darunter auch XL-Sitze bzw. "Big Seats" (Aufpreis zwischen 33,99 und 139 Euro) und kleinere A321. Wie bei anderen Billigfliegern kosten Gepäck, Booking Fee, Sitzplatzreservierungen, Getränke und Mahlzeiten extra. Zusätzlich wird auch der Handgepäck-Rolli berechnet.

Boeing 787 von Norwegian

Langstreckenflotte mit modernen Dreamlinern: eine Boeing 787-8 von Norwegian

Norwegian

Auf den Europa-Strecken nach Spanien macht der Billigflieger Norwegian Air Shuttle schon seit Jahren Air Berlin und anderen Ferienfliegern enorme Konkurrenz mit attraktiven Preisen und kostenlosem Wlan an Bord. Für die in Irland - und damit der EU - beheimatete Tochtergesellschaft Norwegian Air International liegt jetzt die Zulassung auch der US-Behörden vor.

Damit erhält der Expansionsdrang der Norweger, die bereits von skandinavischen Städten nach Asien und Nordamerika fliegen, einen großen Schub: Die neue Dreamliner-Flotte fliegt nicht nur via Oslo oder London gen USA, sondern ab Juni auch nonstop von Barcelona nach New York und Los Angeles. Damit nicht genug: "Wir arbeiten daran, ab 2018 von Düsseldorf aus in die USA zu fliegen. Dafür prüfen wir Routen in bis zu ein Dutzend Städte", sagte Vize-Chef Thomas Ramdahl kürzlich der "Wirtschaftswoche".

Zum reinen Flugpreis werden bei Norwegian nicht nur die Kosten für Verpflegung, Getränke, Sitzplatz oder einer Reisedecke addiert, die mit 5 Euro zu Buche schlägt: Beim Anschlussflug via London-Gatwick kommt eine Gebühr in Höhe von "18 Euro pro Person und Reiseabschnitt" hinzu, wie es im Kleingedruckten heißt. Premium-Sitze mit 116 Zentimeter Beinfreiheit in 2-3-2er- statt der üblichen 3-3-3er-Anordnung im vorderen Teil der Boeing 787 können zusätzlich gebucht werden.

Flugzeug Blitzeinschlag Gewitter Blitz

Preiskampf der Billigflieger

Zum Sommer dürfte die Vielfalt an Verbindungen weiterhin zunehmen - und damit auch der Preiskampf. Im Gespräch mit dem stern kündigte Kenny Jacobs, Chef Marketing Officer von Ryanair, im Februar den Zubringerverkehr seiner Fluggesellschaft in das Langstreckennetz von Aer Lingus via Dublin und von Norwegian in London-Gatwick an. Durch die neuen Kooperationen entsteht eine Allianz der größten europäischen Billigflieger auf der Langstrecke.

USA-Flüge: Der große Preisvergleich

Sind die Billigflieger wirklich günstiger als die klassischen Linienfluggesellschaft? Dafür haben wir die Endpreise für jeweils einen Hin- und Rückflug von Berlin bzw. Frankfurt nach Florida in einem engen Zeitfenster im Mai ermittelt. Dabei haben wir nur Verbindungen an Tagen herausgesucht, die von den jeweiligen Fluggesellschaft ohne die Hilfe von Partner-Airlines durchgeführt werden. 

In die Berechnung sind neben den jeweils günstigsten Flugtarifen auch die Kosten für ein aufgegebenes Gepäckstück sowie Verpflegung eingeflossen. Nicht berücksichtigt wurden die Aufschläge für Kartenzahlungen oder für Vorab-Sitzplatzreservierung. Die Preisabfrage erfolgte am 21. Februar innerhalb einer Stunde am Vormittag.

Preisübersicht Billigflieger


EurowingsIcelandairWow AirNorwegian
VonBerlin (TXL) FrankfurtBerlin (SXF)Berlin (SFX)
NachMiamiOrlandoMiamiF. Lauderdale
Datum30.5.-13.6.1730.5.-14.6.1731.5.-13.6.1729.5.-13.6.17
ViaKölnReykjavikReykjavikOslo/Stockh.
Hinflug169,99 €482,00179,99 €269,60 €
Rückflug149,99 €365,00289,99 €296,00 €
Handgepäckinkl.inkl.83,98 €inkl.
Koffer60,00 €inkl.115,98 €94,00 €
2 Snacks7,80 €8,00 €15,98 €10,00*€
2 Essen29,80 €24,00 €18,98 €16,00*€
5 Wasser15,00 €inkl.13,45€12,00* €
Summe432,58 879,00 718,35 697,60 €

*Die aktuellen Preise sind auf der Norwegian Homepage nicht einsehbar; auf unsere Presseanfrage wurde nicht reagiert.

Preisübersicht Linienflieger


Air BerlinLufthansa
VonBerlin (TXL)Berlin (TXL)
NachMiamiMiami
Datum30.5.-13.6.1730.5.-13.6.17
ViaDüsseldorfFrankfurt
Hinflug254,12 €231,78 €
Rückflug183,49 €162,43 €
Handgepäckinkl.

inkl.

Koffer

inkl.

inkl.

2 Snacks

inkl.

inkl.

2 Essen

inkl.

inkl.

5 Wasser

inkl.

inkl.

Summe437,61 €394,21 €
Im Tiefflug über Hamburg: Der erste Passagierflug des neuen Lufthansa-A350 im Zeitraffer


Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.