VG-Wort Pixel

Billig-Airline Ryanair sperrt Kunden aus, die Rückerstattungen verlangt haben

Flugzeuge von Ryanair
Ryanair steht wegen des Umgangs mit Kunden in der Kritik
© Adrian Dennis / AFP
Ryanair hat einigen Kunden, die sich das Geld für nicht angetretene Flüge von der Airline zurückgeholt haben, den Check-In für weitere Reisen verweigert. Damit bewegt sich das Unternehmen offenbar in einer juristischen Grauzone.

Einige Kunden von Ryanair haben bei geplanten Reisen mit der Airline eine böse Überraschung erlebt. Sie stellten fest, dass die Billigairline sie nicht an Bord ließ. Der Grund: Die betroffenen Kunden hatten sich zuvor Geld von Ryanair für nicht angetretene Flüge zurückgeholt. Von drei solchen Fällen aus dem Vereinigten Königreich berichtet das englische Portal "Money Saving Expert".

Die Fluggäste hatten während der Covid-19-Pandemie auf bereits gebuchte Flüge mit Ryanair verzichtet – zum Beispiel weil die Regierung generell von Reisen zu jener Zeit abgeraten hatte. Ryanair weigerte sich, die Flugkosten zurückzuerstatten und berief sich dabei auf seine allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Kunden holten sich das Geld daraufhin über ihre Kreditkartenfirma zurück, schreibt "Money Saving Expert". Es habe sich um Beträge zwischen umgerechnet etwa 470 und 740 Euro gehandelt.

Ryanair: Kunden sollten Rückerstattungen wieder zurückzahlen

Die Kosten bekamen sie tatsächlich zurückerstattet – mit Ryanair hatten sie es sich damit aber offenbar verscherzt. Denn als die betroffenen Kunden wieder Flüge mit der Airline buchten, wurde ihnen der Check-In verweigert, berichteten sie dem Portal. Flüge waren nur noch unter einer Bedingung möglich: Sie sollten die Rückerstattungen wieder zurückzahlen.

Was die neuerlichen Flüge angeht, so bot Ryanair zwar an, die bereits bezahlten Flugkosten zurückzuerstatten, erzählten die Kunden "Money Saving Expert". Jedoch hatte in mindestens einem Fall der oder die Reisende bereits eine Unterkunft am Zielort gebucht – und blieb auf diesen Kosten sitzen.

Ryanair schließt Rückerstattungen in AGB aus

Ryanair betonte erneut, dass eine Rückerstattung für nicht angetretene Flüge in den AGB ausgeschlossen sei. Dem stimme der Kunde bei der Buchung zu. Außerdem erklärte ein Sprecher der Airline, dass Ryanair sich das Recht vorbehalte, Fluggäste nicht zu befördern, wenn diese vorangegangene Flüge noch nicht vollständig bezahlt hätten.

Diese Fernreiseziele sind in diesem Winter wieder beliebt

Rechtsexperten verorten das Vorgehen von Ryanair laut "Money Saving Expert" in einem juristischen Graubereich. Andere Fluglinien würden in ähnlichen Fällen beispielsweise Gutscheine ausstellen. Die Wettbewerbsbehörde des Vereinigten Königreichs hatte in der vergangenen Woche Ermittlungen gegen Ryanair eingestellt, bei denen es um die verweigerten Rückzahlungen für nicht angetretene Flüge ging. Die Gesetzeslage sei in diesem Bereich nicht eindeutig.

Quellen: "Money Saving Expert" / "Guardian"

epp

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker