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St. Patrick's Day: Im grünen Rausch

Sie gelten als feierfreudiges Völkchen - und ihre größte Party zelebrieren die Iren am St. Patrick's Day. Am irischen Nationalfeiertag zu Ehren des heiligen Patrick fließen nicht nur tausende Liter Bier, sondern auch Flüsse in leuchtendem Grün.

Kleeblätter, Kostüme, rote Haare bedeckt von grünen Hüten, Paraden, Fahnen - und literweise Guinness im Pub: Die Iren beschwören traditionell Folklore, Vaterlandsliebe und viel Flüssiges, um den St. Patrickstag am 17. März zu feiern.

Zunehmend sind die Bewohner der grünen Insel dabei allerdings nicht mehr unter sich: In diesem Jahr versucht Kasia Ciebiera aus Polen erstmals, sich als stolze Wahl-Irin zu zeigen. Kasia ist eine von vielen Immigranten, die inzwischen in Irland leben.

Als Folge der EU-Erweiterung hat Irland eine Einwanderungswelle vor allem aus Osteuropa erlebt. Junge Leute aus Polen, Litauen, Lettland, der Slowakei und der Tschechischen Republik sind zum Arbeiten in das Land gekommen. Die 29-jährige Kasia ist Verkäuferin in einem Modegeschäft in Cork, Irlands zweitgrößter Stadt.

Multikultureller Nationalfeiertag

Und die polnische Liebe zu Irland hat sich sogar auf die östliche Heimat ausgewirkt: als Kasia kürzlich mit ihrer Schwester in Polen telefonierte, erfuhr sie, dass sogar im Englischunterricht an den Schulen ihrer alten Heimat die Kinder am Patrickstag grüne Kleidung tragen, irische Tänze aufführen und Irland-Rätsel lösen.

In Cork, Dublin, Galway und sogar in Kleinstädten beteiligen sich Polen, Litauer, Bulgaren aber auch Philippinos, Afrikaner und Libanesen an den Feiern. "Das Fest wird allmählich zu einer Multikulti-Veranstaltung", meint die 27-jährige Clarissa Marchetto, die aus Brasilien stammt und als Kellnerin in einem Bistro in Cork arbeitet.

Das Festival selbst geht auf den Heiligen Sankt Patrick zurück, Irlands Schutzpatron, der im 5. Jahrhundert in Wales geboren wurde. Der Legende nach brachte er das Christentum auf die Insel und besiegte damit das Heidentum, das vielfach durch Schlangen symbolisiert wurde.

Patrick's-Day-Party als Exportartikel

Patrick, so heißt es, habe ein Kleeblatt gepflückt und den heidnischen Priestern sowie König Laoghhaire anhand der Pflanze die Dreifaltigkeit erklärt: Ein Blatt repräsentiere den Vater, das zweite den Sohn und das dritte den Heiligen Geist. Beeindruckt davon, entschied sich der König, Christ zu werden. Heutzutage wird das Fest am 17. März gefeiert, dem vermutlichen Todestag Patricks.

Irlands lange Geschichte der Emigration, besonders nach Amerika, hat den Namenstag des Heiligen zu einem der meistgefeierten Festtage weltweit gemacht. 2005 gingen die Bürger von Chicago sogar soweit, für die Feiern ihren Fluss grün zu färben. Ob in den USA, Dubai, Japan oder Australien - Feiern zum St. Patrickstag gibt es weltweit. Die Party zum Patrickstag wurde - neben Bier und Whiskey - einer der größten irischen Exportartikel.

Altpolin und Neu-Irin Kasia leistete am Samstag in Cork auf ganz irische Art ihren Beitrag zur europäischen Integration. Sie war "mit Freunden im "Pub" etwas trinken".

Maximilian Bettzuege/DPA / DPA

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