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Waldbrände in Griechenland: Feuersbrunst verschont Touristen

Der Flughafen von Athen im Südosten der Stadt und die Ferienzentren auf Kreta, Korfu, Rhodos und der Chalkidike bleiben von den Waldbränden verschont. Jedoch brennen Feuer auf kleineren Inseln.

Allerdings sind in der ADAC-Niederlassung in Athen zahlreiche Anrufe besorgter deutscher Urlauber aus allen Teilen Griechenlands eingegangen. "Bislang können wir die Menschen noch beruhigen", sagte ADAC-Sprecher Jochen Oesterle am Montag. Die wichtigsten griechischen Autobahnen seien derzeit nicht von den Bränden betroffen, auch der Flug- und Bahnverkehr verlaufe weitgehend ohne Beeinträchtigungen.

Der ADAC-Sprecher wies darauf hin, dass es wegen der Waldbrände kein grundsätzliches Recht gebe, einen geplanten Griechenlandurlaub kostenlos zu stornieren. Dies gelte nur, wenn eine Reise direkt in eine betroffene Region gehe. Oesterle riet betroffenen Urlaubern, nicht überstürzt zu stornieren, sondern zunächst mit seinem Reiseveranstalter Rücksprache zu halten. Das Auswärtige Amt in Berlin hat für Griechenland keine Reisewarnung ausgesprochen.

Insgesamt zählte die Feuerwehr in Griechenland am Wochenende mehr als 90 verschiedene Brände. Bis Montag waren nach amtlichen Angaben noch keine Toten zu beklagen. Feuerwehrleute, Soldaten und Freiwillige kämpften bis zur völligen Erschöpfung gegen die Flammen. "Sie sind müde und ihre ununterbrochen eingesetzte Ausrüstung auch", sagte der stellvertretende Innenminister Christos Markoyiannakis. Betroffen sind auch die Inseln Euböa, Skyros und Zakynthos.

Das Flammeninferno nördlich von Athen dauert an: Ein Nachlassen des Windes über Nacht verschaffte den rund 2000 Feuerwehrleuten und freiwilligen Helfern zunächst etwas Luft im Kampf an der Feuerfront. Wegen der dramatischen Lage war am Samstag für die gesamte Region nördlich der Hauptstadt der Notstand ausgerufen worden. Eine leichte Entspannung gab es in den Athener Vorstädten Penteli, Anoixi und Gerakas. Dort flammten die Brände zwar immer wieder auf, aber die Feuerwehr konnte sie schnell unter Kontrolle bringen.

Athen meiden

Wegen der Großbrände im Norden Athens hat die griechische Polizei am Sonntag alle einheimischen Urlauber aufgerufen, möglichst nicht nach Athen zurückzukehren. Wenn sie es einrichten könnten, sollten sie an ihren Urlaubsorten bleiben. Am Sonntagabend wurde eine Rückkehrerwelle aus dem Urlaub nach Athen erwartet. Die Zufahrtsstraßen Athens sollten für Löschfahrzeuge und die Fahrzeuge der Behörden frei bleiben. Zudem tobte ein Brand in der Nähe der Hauptverbindungsachse zwischen Athen und dem Norden des Landes. Die Behörden befürchteten Verkehrsstaus, die Menschen Gefahren aussetzen könnten. Das Innenministerium gab allen Beamten eine eintägige Verlängerung ihres Urlaubs, berichtete das Staatsfernsehen weiter.

Für den Montagmittag wird eine Zunahme des Windes erwartet, der die Flammen in den Pinienwäldern auf bis zu zehn Meter Höhe anfacht. Besonders gefährdet waren am Montagmorgen nach Anagaben der Feuerwehr die antike Stadt Marathon und Nea Makri, auf das sich eine vier Kilometer breite Feuerwalze zubewegte. "Die Lage ist tragisch", sagte der Bürgermeister von Nea Makri, Iordanis Louizos. "Wir können nichts tun, außer auf die Löschflugzeuge im Morgengrauen zu warten." 17 Löschflugzeuge und -hubschrauber sind seit dem Wochenende gegen das Flammenmeer im Einsatz, das zwischen Athen und Marathon Wald, Buschland und Agrarflächen im Umkreis von 50 Kilometern zerstört hat. 15.000 Hektar wurden bis Montag ein Raub der Flammen, sagte der Präfekt des Großraums Athen, Yiannis Sgouros.

Die Ursache der Feuerinfernos war noch nicht bekannt, Brandstiftung oder Fahrlässigkeit ist in Griechenland in den heißen Sommern keine Seltenheit. Es ist der größte Waldbrand seit der Katastrophe auf dem Peloponnes vor zwei Jahren, bei der 76 Menschen umkamen. Die Opposition hielt sich mit Kritik am Krisenmanagement der Regierung zunächst zurück. Gelegentlich hieß es aber bereits, die Regierung habe nichts aus der Katastrophe von 2007 gelernt.

tib/DPA/AP

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