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Weltneuheit: Fliegende Luftmatratzen

Das Geheimnis ist gelüftet. Als erste Airline bietet Swiss in ihren Langstreckenflugzeugen Sitze mit einem revolutionären Innenleben an: Pneumatische Luftkissen werden herkömmlichen Schaumstoff ersetzen.

Von Till Bartels

Im Rahmen der Qualitätsoffensive rüstet die Schweizer Fluglinie, die zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der deutschen Lufthansa ist, auf und investiert über 100 Millionen Schweizer Franken in die Interkontinentalflotte. Im Mittelpunkt der Innovation steht ein neuer Sitz, der sich per Knopfdruck in ein zwei Meter langes Bett verwandeln lässt. Andere Wettbewerber haben im vorderen Teil der Kabine längst ein waagrechtes Bett installiert, aber keine Fluglinie eines mit Luftkissen.

Individuell regulierbare Kissenhärte

Statt auf Schaumstoffpolstern wird man bei den Schweizern auf Luftpolstern ruhen. Im Kern besteht der neue Sessel in der Business Class aus drei pneumatischen Luftkissen, die sich mittels Knopfdruck über Druckluftzufuhr und Ventile regulieren lassen. Ob hart wie ein Futon oder weich wie ein Himmelbett, alle Einstellungen sind individuell möglich, egal ob in der Sitzposition oder zur vollständigen ebenen Liegefläche ausgefahren. Auch an eine Massagefunktion für den Rücken wurde gedacht.

Die neuen Airbus A330-300, die ab Frühjahr 2009 ausgeliefert werden, erhalten bereits die neuen Business-Sitze, sagte Swiss-Marketingchef Christoph Beckmann bei der Enthüllung des Hightech-Prototyps in Zürich. Insgesamt baue die Swiss 1100 neue Sitze in alle ihre 24 Langstreckenmaschinen ein. Jeder Airbus vom Typ A340 und A330 erhalte mindestens 45 Business-Class-Sessel.

Die fliegende Luftmatratze wurde in sieben Jahren durch die Schweizer Firma Lantal in enger Zusammenarbeit mit Swiss International Air Lines als Erstkunde entwickelt. Unter dem braunen Bezugsstoff liegen zwei weitere Gewebeschichten: eine flauschige Polyesterschicht und das besonders strapazierfähige Kevlar, damit die Luftpolster vor spitzen Gegenständen in den Hosentaschen geschützt werden.

Neben dem Komfortgewinn für die Passagiere wird gleichzeitig eine Gewichtsreduzierung von vier Kilogramm pro Sitz erreicht. In Zeiten steigender Rohölpreise spart die Airline mit den Luftkissenbetten in der Business Class Kerosin.

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