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Ex-Love Parade: Kampflustige Liebestänzer

Die Love Parade fällt aus, die geplante Ersatz-Party "Lovestern Galaktika" ebenfalls. Dennoch erwartet Rave-Opa Dr. Motte mehrere tausend Feierwütige in Berlin - mit Techno für Techno und gegen Musik.

Trotz der Absage der Love Parade erwartet deren Gründer Dr. Motte am Samstag mehrere tausend Raver zu einer Demonstration für den Erhalt der Love Parade in Berlin. Zusammen mit prominenten DJs wie Westbam und Paul van Dyk wollen die Technofans von 17.00 Uhr an über den Kurfürstendamm ziehen. Die Demonstration unter dem Motto "Fight the Power" wurde von der Polizei als politische Versammlung anerkannt.Auf dem Kurfürstendamm hatte Dr. Motte 1989 mit 150 Teilnehmern die erste Love Parade gefeiert. Jahre später zog der Umzug bis zu 1,5 Millionen Raver an. Mangels Sponsoren musste er den Techno-Umzug dieses Jahr erstmals absagen. Laut Gerichtsentscheidung ist auch der am Großen Stern geplante "Music Day" eine politische Versammlung. Dort wird von 14.00 an "gegen den Ausverkauf der Musik" protestiert.

Bei der offiziellen Love-Parade-Demo auf dem Kudamm werden statt wie sonst bis zu 50 Lautsprecher-Wagen nur noch 5 Laster vom Adenauerplatz bis zur Gedächtniskirche fahren. Außer Musik soll es nach den Polizeiauflagen für eine politische Demonstration zahlreiche Redebeiträge geben. Auch die Watt-Zahl der Technobeats ist deutlich geringer als sonst.

"Allgemein schlechte Stimmung in der Szene

Auch die "Lovestern Galaktika"-Party, größter Rave der Berliner "Love Week", fällt aus. Die für Freitag und Samstag auf dem Flughafen Tempelhof geplante Techno-Party werde aus finanziellen Gründen und wegen der "allgemein schlechten Stimmung und Verunsicherung in der Szene" nicht steigen, teilten die Veranstalter unlängst mit.

DJs wie Marusha, Kai Tracid und Afrika Islam wollten dort auflegen. Die "Lovestern Galaktika"-Nächte am Love-Parade- Wochenende zogen in den vergangenen neun Jahren teilweise bis zu 30.000 Technofans an. Bei der "Love Week" stehen bereits seit dem vergangenen Wochenende mehr als 200 DJs in 100 verschiedenen Clubs der Stadt an den Plattentellern.

"Music Day" als Versammlung anerkannt

Beim "Music Day" entschied das Verwaltungsgericht, die Party sei wegen des geänderten Veranstaltungsablaufs mit überwiegend Redebeiträgen nun als Versammlung anzusehen. Das gelte jedoch nur für die Zeit von 14.00 bis 19.00 Uhr. Falls der Veranstalter die Ausdehnung der Veranstaltung bis Mitternacht anstrebe, könne kein Versammlungscharakter mehr festgestellt werden. "Music Day"-Organisator Kay Neumann kündigte an, er wolle dennoch vor das Oberverwaltungsgericht ziehen, um eine Verlängerung der Party bis Mitternacht zu erreichen.

DPA / DPA

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