"Aida Diva" Schwimmender Palast getauft


200 Scheinwerfer, 30 Laser, 2000 Neonröhren und ein spektakuläres Höhenfeuerwerk: Der Hamburger Hafen verwandelte sich bei der Taufe des Kreuzfahrtschiffes "Aida Diva" in ein Lichtermeer.

Scheinwerferlicht, Feuerwerk und Theaterdonner - bei der Taufe des Kreuzfahrtschiffes "AIDAdiva" hat sich der Hamburger Hafen in eine farbenfrohe Showbühne verwandelt. An den Auftritt einer Operndiva erinnerte auch die Präsentation des Ozeanriesen. Prächtig beleuchtet wie auf Laufsteg oder Theaterbühne kreuzte das 252 Meter lange Schiff vor den Landungsbrücken im Hamburger Hafen.

"Das ist sie!", ging um kurz nach 21.00 Uhr einen Raunen durch die Zuschauermassen an den Hamburger Landungsbrücken. Dicht gedrängt verfolgten sie das Spektakel. Die kühlen Temperaturen schreckten die Kreuzfahrtfans nicht ab. Auf den Pontons der Landungsbrücken, am Elbufer und von zahlreichen Balkonen und Hausdächern herab bewunderten tausende Zuschauer im Hafen das prächtig illuminierte Schiff.

Aufbau einer Oper

"Die Schau ist aufgebaut wie eine Oper", sagte Lichtkünstler Gert Hof. Er entwarf die farbenprächtige Illumination. 200 Scheinwerfer, 30 Laser, 2000 Neonröhren und ein spektakuläres Höhenfeuerwerk verwandelten die Szenerie vor dem Dock von Blohm+Voss im Herzen des Hamburger Hafens in ein Lichtermeer. "Das Feuerwerk reicht bis zu 600 Meter hoch", erklärte Hof. Normale Silvesterraketen fliegen meist nur 50 bis 100 Meter hoch. Rund 750 Helfer bereiteten das Spektakel seit mehreren Tagen vor. Zu den Kosten wollte sich die Reederei nicht äußern.

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) rechnet damit, dass Hamburg als Hafen für Kreuzfahrtschiffe noch attraktiver wird. Im Jahr 2006 steuerten nach Angaben des Bürgermeisters 52 dieser Schiffe mit insgesamt mehr als 75.000 Gästen die Hansestadt an. Im Jahr 2015 rechnet die Stadt mit rund 100 Ozeanriesen pro Jahr.

Taufe ist Höhepunkt

"Die AIDA trägt ein großes Stück dazu bei, dass Hamburg als Kreuzfahrthafen an Bedeutung gewinnt", sagte Bürgermeister Beust am Freitagnachmittag zum Auftakt der Taufe. Diese ist Höhepunkt eines mehrtägigen Programms, bei dem die "AIDAdiva" Station in Hamburg, Kiel und Warnemünde macht.

Für Michael Thamm, Chef der Reederei AIDA Cruises, ist das neue Schiff ein wichtiger Schritt beim Flottenausbau. "Die AIDAdiva bringt den deutschen Kreuzfahrtmarkt nach vorne", sagte er. "Wir haben Hamburg für die Taufe ausgewählt, weil die Begeisterung für Kreuzfahrtschiffe nirgendwo sonst auf der Welt so groß ist", erklärte der Reedereichef. Die Taufpatenschaft übernahm die 42-Jährige Maria Galleski aus Hamburg. Die Reederei hatte für die "AIDAdiva" bewusst keine Prominente ausgewählt, sondern das Amt öffentlich ausgeschrieben. Mehrere hundert Hamburgerinnen hatten sich beworben.

"Aida Diva" kostete 315 Millionen Euro

Die 315 Millionen Euro teure "AIDAdiva" ist das erste von vier neuen Schiffen in der Flotte der Reederei. In den kommenden Jahren sollen noch drei Schwesterschiffe folgen. Sie werden ebenso wie die "AIDAdiva" von der Meyer Werft in Papenburg gebaut. Nach der Taufe in Hamburg nimmt die "AIDAdiva" am 30. April bei ihrer Jungfernfahrt Kurs auf Mallorca.

Der Hamburger Hafen ist Ziel für viele Kreuzfahrtschiffe aus aller Welt. So steuert zum Beispiel die gigantische "Queen Mary 2" regelmäßig die Hansestadt an, um Passagiere an Bord zu nehmen oder um sich im Dock von Blohm+Voss überholen zu lassen. In den vergangenen Jahren verfolgten mehrere hunderttausend Zuschauer auf den Elbdeichen und im Hamburger Hafen die Fahrt des Luxusliners.

Christina Freitag und Heiko Stolzke/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker