Eisfestival Harbin Feuertopf für kühle Hintern


Kathedralen, Pyramiden - sogar die Chinesische Mauer fräsen Künstler in der chinesischen Stadt Harbin aus riesigen Eisblöcken. Die diesjährige Hauptattraktion: Ein Eisrestaurant, in dem "Feuertöpfe" serviert werden.

Gute Publicity würde der chinesischen Stadt Harbin derzeit nicht schaden, schließlich brachte ein Chemieunglück die Millionenmetropole erst kürzlich in die weltweiten Schlagzeilen. Rund hundert Tonnen Benzol und andere Giftstoffe flossen in den Fluss Songhua, zum Schutz der Bevölkerung musste die Wasserversorgung vorübergehend eingestellt werden. Dabei ist die Provinzhauptstadt des nordostchinesischen Bezirks Heilongjiang eigentlich berühmt für ihren kunstfertigen Umgang mit Wasser - vor allem dann, wenn es gefroren ist. Seit 1985 findet in Harbin jährlich das Eisfestival statt, mit imposanten Skulpturen, Kathedralen und sogar funktionierenden Restaurants aus Eis.

Auch in diesem Jahr meißeln, sägen und schmirgeln internationale Künstler seit dem 5. Januar wieder Figuren, diesmal zum Thema "wissenschaftlicher, technologischer und kultureller Austausch zwischen China und Russland". Dafür entnahmen Arbeiter das Wasser aus einem Zufluss des verseuchten Songhua, dem Jinshui, sagt Bürgermeister Shi Zhongxin. Daraus werden zunächst riesige Blöcke gefroren, aus denen die Bildhauer später Figuren und Gebäude fräsen.

Eingemauerte Lampen erleuchten die Mauern

Besonders imposant erscheinen dabei die Kopien weltberühmter Bauwerke: Kathedralen, Pyramiden, Paläste, ja sogar die Chinesische Mauer wurden bereits aus dem gefrorenen Wasser gehauen, zwar nicht in originaler Größe, aber doch als überdimensionales Model. In einige Brocken wurden farbige Lampen eingemauert, die die Wände nachts erleuchten. Die diesjährige Hauptattraktion ist jedoch das "Eisrestaurant": Tische, Stühle, Wände. Türen - alles ist aus Eis gemeißelt. Serviert wird dort zum Beispiel der "Huoguo", der Feuertopf. Bis zu hundert Gäste finden Platz in der frostigen Gaststätte, Eisstatuen chinesischer Berühmtheiten schauen den Besuchern beim Schlemmen über die Schulter.Das eisige Vergnügen dauert etwa einen Monat, Skiwettbewerbe, Eiskunstausstellungen, sportliche Veranstaltungen sowie kulturelle und touristische Programme begleiten die Eisschau.

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