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Esplanade - Theaters on the Bay

Das im Jahre 2002 eröffnete Kulturzentrum "Esplanade -Theaters on the Bay" erhielt im Volksmund den geschmackvollen Beinamen "Durian". Der Grund liegt auf der Hand: Die beiden Konzert- und Theaterhallen liegen schräg nebeneinander und ihre halbrunden Dächer ähneln einer aufgeschnittenen Durian. Auf der Stahl-Glas-Konstruktion sitzen kleine eckige Aluminium-Sonnensegel, die das typische Zackenmuster vor der untergehenden Sonne am Horizont abzeichnen. Darunter finden bei Veranstaltungen jeweils an die 2000 Zuschauer Platz.

Dabei war das riesige Bauprojekt in der Bucht der früheren Kronkolonie durchaus umstritten. Zunächst musste eigens für das Kulturzentrum eine Landzunge aufgeschüttet werden. Dies ist im flächenmäßig knappen Singapur nichts Ungewöhnliches. Doch war man sich unter den Stadtvätern uneins, ob in der Finanzmetropole genug Interesse an solch einem großen Angebot aus Kunst, Musik, Tanz und Theater zu wecken sei.

Asiatische Bautradition mit modernster Technik

Die Singapurianer scheinen auf den Geschmack gekommen zu sein. Allein im vergangenen Jahr fanden in der Durian rund 1800 Veranstaltungen statt, 15 Prozent davon waren gratis. Und wer zum Beispiel nach einem Konzert auf einer der Freilichtbühnen immer noch nicht genug hat, der kann gleich noch einkaufen gehen. Das Ensemble umfasst natürlich auch ein großes Shopping Centre.

Architekturkenner sehen in der ungewöhnlichen Form dieser asiatischen Klangkathedrale Elemente asiatischer Bautradition mit modernster Technik gelungen kombiniert. Gerne sähe man es, wenn das fruchtige Kulturzentrum so berühmt würde wie das auch am Wasser gelegene Opernhaus von Sydney.

Friederike Nagel

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