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Moschee in Bremen: Islamisches Kulturzentrum legt Beschwerde gegen Razzia ein

Polizisten haben am Wochenende auf der Suche nach Waffen, das islamische Kulturzentrum in Bremen gestürmt. Gefunden wurde nichts. Jetzt beschweren sich die Gläubigen.

Bei den Durchsuchungen der Bremer Moschee wurden keine Waffen gefunden

Bei den Durchsuchungen der Bremer Moschee wurden keine Waffen gefunden

Das Islamische Kulturzentrum Bremen (IKZ) hat gegen eine Razzia in seiner Moschee Beschwerde beim Amtsgericht eingereicht. Die Moschee war am Samstag im Zuge einer allgemeinen Terrorwarnung von einem Sondereinsatzkommando der Polizei auf Waffen durchsucht worden. Der Durchsuchungsbeschluss sei "vollkommen unverhältnismäßig" und verletze die Glaubens- und Religionsfreiheit, heißt es in dem Schreiben, das der Anwalt des IKZ, Hans-Eberhard Schultz, dem Gericht zukommen ließ.

Razzia endet ohne Waffenfund

Der IKZ-Vorsitzende Mohammad Omar Habibzada sagte: "Obwohl wir nicht Beschuldigte sind, wurden wir öffentlich an den Pranger gestellt." Bei der Durchsuchung hätten Gläubige, darunter auch Jugendliche, stundenlang gefesselt auf dem Boden liegen müssen. Der Verein werde seit 14 Jahren ununterbrochen vom Verfassungsschutz beobachtet, ohne dass es je zu einer Anklage gekommen sei. Der Verein sei dadurch stigmatisiert worden.

Durch die Beschwerde wurden erstmals genauere Hintergründe zu der Razzia bekannt. In dem vom IKZ verbreiteten Beschluss des Amtsgerichts Bremen heißt es, der 39-jährige Libanese, der zusammen mit seinem Bruder vorübergehend festgenommen worden war, habe sich im Oktober 2014 Maschinen- und Automatikpistolen beschafft und diese an dem IKZ nahestehende Personen verteilt. Zudem halte er Kontakt zu weiteren Männern, die über mehrere Waffen verfügten. Bei der Razzia in Bremen waren keine Waffen gefunden worden.

stb/DPA / DPA