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Konfuzius: China, Konfuzius und Co

Zum 60. Geburtstag der Volksrepublik und zum 2560. Geburtstag des großen Denkers Konfuzius in dieser Woche rückt China erneut ins Zentrum des Interesses. Wer war dieser Philosoph, nach dem auch in Deutschland Institute benannt sind, die die chinesische Kultur und Sprache verbreiten sollen?

"Wäre die Welt in Ordnung, dann brauchte ich mich nicht damit abzugeben, sie zu ändern", sagte der chinesische Wandergelehrte Konfuzius (551 - 479 v. Chr.) der Überlieferung zufolge zu einem seiner Schüler. Ein wahrhaft zwingendes Argument, Erkenntnis unter den Menschen zu verbreiten - hat es doch zweifellos bis heute, 2500 Jahre später, überall auf dem Erdball unverändert Berechtigung. Nicht zuletzt im sozialistisch-turbokapitalistischen China, das verschärft durch Armut und Ausbeutung, militärische Gewalt und Umweltzerstörung geprägt ist, herrscht Unordnung.

Wer war Konfuzius?

Konfuzius (chinesisch: Kong Zi, "Meister Kong") wurde vermutlich 551 vor Christus als Kong Qiu in der ostchinesischen Stadt Qufu geboren. Zu Lebzeiten deutete nichts auf seine spätere Bedeutung: Konfuzius war erfolgloser Politiker und Politikberater an mehreren Fürstenhöfen. Die nach ihm benannte Lehre entwickelte sich aber zur Staatsideologie, die mehr als 2000 Jahre lang bis zum Sturz des Kaiserreichs 1911 die Grundlage des Beamtenapparats war. In der kommunistischen Volksrepublik wurde Konfuzius lange als reaktionär verteufelt - bis die Führung vor wenigen Jahren seine Nützlichkeit für den chinesischen Nationalismus und die gesellschaftliche Stabilität entdeckte.

Konfuzius selbst hinterließ keine eigenen Schriften - seine Gedanken sind nur durch die Aufzeichnungen seiner Schüler erhalten geblieben. Überliefert sind sie in den "Gesprächen" (chin.: "Lunyu"), dem einflussreichsten Werk der chinesischen Geistesgeschichte. Viele seiner Weisheiten sind bodenständig: "Feine Worte und eine elegante Erscheinung gehen selten mit wahrer Tugend einher", lautet ein bekannter Spruch.

Kerngedanke des Konfuzianismus ist die Herrschaft der "Edlen" - der gebildeten Elite - über die "kleinen Menschen", die Masse der Bevölkerung. Der gesellschaftliche Zusammenhalt war durch strikte Hierarchien geregelt: Die kleinen Menschen gehorchen den Edlen, die Beamten dem Kaiser, die Kinder den Eltern, die Ehefrauen ihren Männern. Ein Edler jedoch konnte im alten China jeder werden, der sich die konfuzianische Bildung aneignete - unabhängig von der Geburt.

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