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Mauritius: Wo Nichtstun Stil hat

Wer nach Mauritius reist, ist nicht auf der Suche nach überwältigenden Landschaften, alten Kulturdenkmälern und einem aufregenden Nachtleben. "Nichtstun mit Stil", so lautet das Motto.

Von Detlef Berg

Bizarre Bergkuppen, grüne Zuckerrohrfelder und schneeweiße Strände - Mauritius erfüllt Urlaubsträume, wie es die Reisekataloge versprechen. An den Küsten der von der Fläche ungefähr doppelt so großen Insel wie das Land Berlin weht fast immer eine sanfte Brise vom türkisblauen Meer und sorgt für angenehme Temperaturen. Perfekte Bedingungen also für einen entspannten Urlaub. Schon der Schriftsteller Mark Twain erlag dem Charme des Eilands, als er 1897 die im Indischen Ozean liegende Insel besuchte: "Mauritius wurde zuerst erschaffen, dann erst entstand nach seinem Vorbild das Paradies", schrieb er.

Heute reisen jedes Jahr rund 70.000 Deutsche auf das zehn Flugstunden entfernte Archipel. Die meisten Touristen liegen einfach nur am Strand, lauschen der Brandung und genießen dabei einen kühlen Roséwein. Oder sie schnrocheln, tauchen ein in das kristallklare Wasser und beobachten Schwärme bunter Fische. Aktivurlauber können auch segeln oder surfen, wobei Kitesurfen im Trend liegt.

Die Natur entdecken

Für Sonnenhungrige und Wassersportler bietet die Halbinsel Le Morne im Südwesten der Insel ideale Bedingungen. Dort liegt auch das St. Regis Resort mit seinem Mistral Prestige Kite Surf Club. Die erst 2013 eröffnete Hotelanlage zählt zu den luxuriösesten, die auf der Insel zu finden sind. Rund um ein stilvolles Manor Haus gruppieren sich Villen im Kolonialstil mit komfortablen Zimmern und Suiten. In den sechs verschiedenen Restaurants reicht das Angebot von der legeren Boat House Bar am Strand bis zum sterneverdächtigen indischen Restaurant, in dem die Spezialitäten des indischen Subkontinents modern interpretiert werden.

"Sie müssen aber auch die Insel selbst erkunden", rät Hotelchef Bertrand de Villele. "Anders als andere Trauminseln bietet auch das Landesinnere von Mauritius einiges Sehens- und Erlebenswertes", sagt er und empfiehlt einen Besuch des Black River Gorges National Parks mit seinen Wanderwegen oder die Alexandra-Wasserfälle. Auch der Casela Bird Park lohnt, in dem man mit etwas Glück die seltene mauritische rosa Taube zu Gesicht bekommt.

Zu den häufig besuchten Naturwundern auf Mauritius gehören auch die Terres de Sept Coleurs. Die kahlen, leicht gewellten Hügel leuchten je nach Sonneneinstrahlung in Rostrot, Gelb, Orange, Violett und sogar in Grün. Weltruhm genießt der Botanische Garten von Pampelmousses. Kaum eine tropische Pflanze, die hier nicht vorhanden wäre. Besonderer Stolz des Gartens sind die riesigen Wasserlilien und Schattenpalmen, die nur alle 60 Jahre blühen.

Ausflug nach Port Louis

Zu einem Erlebnis für die Sinne wird ein Ausflug in die Hauptstadt nach Port Louis. Was in der 200.000-Einwohner-Metropole sofort auffällt, ist das fröhlich-friedliche Nebeneinander der unterschiedlichen Kulturen: Frauen in leuchtenden Saris, Männer mit weißen Turbanen, afrikanische Händler und geschäftige Chinesen - Mauritius ist ein multikultureller Schmelztiegel.

Neben dem Besuch der prachtvollen Jummah-Moschee, eines indischen Hindu-Tempels und der alten Kolonialpaläste gehört der quirlige Lebensmittelmarkt zu den Hauptattraktionen. In der denkmalgeschützten Halle beeindrucken die zu großen Pyramiden aufgetürmten exotischen Früchte, die auch probiert werden können. Auf dem ganzen Markt duftet es nach Vanille, Currypulvern und Chutneys - alles beliebte Mitbringsel. An einem kleinen Stand preist ein selbsternannter Kräuterdoktor seine getrockneten und frischen Mischungen gegen alle nur erdenkliche Zipperlein an. Eines der sogar auf Deutsch beschrifteten Schilder wirbt mit dem Satz: "Das wirkt besser als Viagra".

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