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Surfen in Australien: Ein Paradies für Surfer

Australiens 50.000 Kilometer lange Küste ist unter Surfern weltweit bekannt. Wer sich nicht selbst auf ein Brett wagen möchte, genießt es, vom Strand aus den Profis zuschauen - aber Vorsicht, es besteht Suchtgefahr!

Von Franziska Weigelt

Mit 13 bekam ich mein erstes Surfbrett. Surfen macht einfach abhängig. Seitdem mach ich es fast täglich", erzählt der 24-jährige Hobbysportler Richard. So wie er lernen viele Australier Surfen bereits im Kindesalter. Der Wassersport ist Teil der australischen Kultur und macht außerdem Riesenspaß. Nicht wenige Urlauber lernen während ihres Australienurlaubs Surfen.

In New South Wales, Richards Heimat, gibt es eine Menge fantastischer Wellen, den "breaks". Die Metropolregion Sydney lockt mit den Surfspots Bondi Beach und Manly. Vom schicken Opernhaus aus benötigt man etwa 50 Minuten, um mit der Fähre oder mit dem Bus in die Stadtteile Bondi und Manly zu gelangen. In Bondi, wo das Surferherz der Großstadt pulsiert, reihen sich die Tätowierstudios und Schwimmbekleidungsgeschäfte aneinander. Nicht zu vergessen der "fish and chips"-Imbissstand, vor dem gut trainierte Surfer anstehen, um ihren Hunger zu stillen.

Möchte man jedoch die authentische australische Surferkultur ohne Touristenmassen erleben, müsse man etwas weiter rausfahren, rät Richard. Wohin genau, will er uns nicht verraten. Seine Lieblingsplätze seien auch so schon zu gut besucht, scherzt er. Auch entlang der Küste nach Norden liegen mehrere Orte, an denen man in die lässige australische Surfkultur eintauchen kann. Zum Beispiel gibt es den drei Kilometer langen Strand mit dem verlockenden Namen "Surfers Paradise" in der Stadt Goldcoast in Queensland.

Victoria - geistiges Erbe des australischen Surfsports

An der bekannten Great Ocean Road gibt es Surfstrände en masse. Legendär ist der Bell's Beach, an dem jährlich das "Rip Curl Pro Surf & Music Festival", der älteste Surfwettbewerb der Welt, ausgetragen wird. Möchte man mehr über die Geschichte des Surfens erfahren, muss man von hier aus nur fünf Kilometer weiter in die Stadt Torquay fahren. Dort befindet sich das weltweit größte Surfmuseum. In der sogenannten Surfworld erfahren Besucher, wie die wichtigsten Profis heißen und wie die Surfkultur überhaupt entstand. Ihren heutigen Surfstil verdanken die Australier dem Sportler Duke Kahanamoku, der 1914 den Hawaianischen Surfstil einführte. Zum Profisport entwickelte sich Surfen erst Ende der 80er. Dass seitdem allerhand Techniken und Boards ausprobiert wurden, zeigt der Walk of Fame im Museum: Neben Schaumstoffbrettern gibt es auch Bretter aus Holz zu bewundern.

Wer danach Lust bekommt, selbst loszulegen, kann sich sein eigenes Surfboard übrigens gleich um die Ecke kaufen. In Torquay befinden sich mehrere Fabrikverkäufe der großen australischen Surfermarken. Eine gute Gelegenheit, ein Schnäppchen zu machen.

Surfen fernab des Mainstreams

Auf der anderen Seite der Küste in der Nähe von Perth, in Westaustralien, gibt es meterhohe Wellen. Die gewaltige Brandung hat den Strand "Margaret River" zum Surfermekka gemacht. Besonders anspruchsvoll ist der Wellengang im südlich gelegenen Gracetown. Dort gibt es sogenannte Two-Handers, in beide Richtungen verlaufende Wellen. Selbst fernab des australischen Festlandes, auf der größten australischen Insel Tasmanien, ist der Wassersport nicht mehr wegzudenken. Wegen des eher windigen Klimas gehen die Surfer hier jedoch nur im langen Neoprenanzug ins Wasser. Ganz in der Nähe befindet sich einer der gefährlichsten Surfspots der Welt, der "Shipsterns Bluff", welcher auch unter dem Namen "Devil's Point" bekannt ist. Die teilweise 12 Meter hohen Wellen sorgen sogar bei erfahrenen Surfern für Nervenkitzel.

Bei Wettbewerben den Profis zuschauen

Da sich die Profisurfer stets neue Tricks ausdenken, gehört das Besuchen von Surfwettbewerben genauso zum Sport dazu wie das Auf-dem-Brett-stehen: "Es inspiriert einen, dabei zuzuschauen", meint Richard.

Die größten Veranstaltungen finden während der Monate Februar bis April statt. Beim "Quicksilver Pro Gold Coast" treten die weltbesten Surfer gegeneinander an. Es ist der erste Wettkampf der Weltmeisterschaften und daher auch für Surfer jenseits Australiens wichtig. Als besonders aufregend gilt das "Surfest", welches jährlich in Newcastle in New South Wales stattfindet. Neben den klassischen Wettkämpfen findet dort die Parallelveranstaltung "Indigenous Cup" statt, bei der australische Ureinwohner ihr Können zeigen.

Dann wird es ganz schön voll – etwa 10.000 Zuschauer drängeln sich bei der Veranstaltung am örtlichen Strand. Es empfiehlt sich daher stets, rechtzeitig eine Unterkunft zu buchen. Das gilt auch für andere Wettbewerbe: Sie sind Besuchermagnete und finden oft in kleineren Orten statt, in denen es nur eine begrenzte Anzahl an Betten gibt. Trotzdem wirken die Australier nicht mal während dieser Tage gestressst. Kein Wunder! Denn wie Richard meint, sei Surfen ein Gute-Laune-Sport und beruhige die Seele.

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