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Vietnam: Urlaub im Bad des Kaisers

Vom Massentourismus ist Vietnam noch weit entfernt, hier werden die Gäste individuell verwöhnt. Das gilt besonders im luxuriösen "Evason Hideaway", das nur per Boot erreichbar ist und jedem Gast einen persönlichen Butler zur Seite stellt.

Von Gesine Unverzagt

Es ist heiß in Nha Trang, sehr heiß. Der Empfang im Resort mit kalt-feuchten Tüchern und eisgekühltem Früchtecocktail verschafft Linderung. Im Ana Mandara Resort geht es stilvoll zu. In der 1997 eröffneten Hotelanlage, direkt am kilometerlangen Strand des wichtigsten Seebades Vietnams und ehemaligen Sommerresidenz des letzten Kaisers, ist der Gast Kaiser und König zugleich. Wegen der harmonischen Verbindung von traditioneller Architektur, Design und Dekoration hat das Resort international mehrere Auszeichnungen erhalten.

Die Bungalows unterschiedlicher Kategorien verteilen sich in üppiger Tropenvegetation. Die Zimmer sind geräumig mit eigener, von Pflanzen umgebener Terrasse und direktem Zugang zum Wasser. Frisch gepflückte Blüten schmücken das Bett, das darüber hängende Moskitonetz wiegt sich leicht im Wind der Klimaanlage. Das türkisfarbene Meer lockt zum Baden. Der Service ist bemerkenswert, dem Gast scheint jeder Wunsch von den Augen abgelesen zu werden. Alleinreisende kommen besonders gern hierher, denn hier kümmert man sich um sie, sorgt für Begleitung außerhalb des Hotels, wenn jemand nicht gern allein auf die Märkte oder in die Stadt gehen mag.

Der glutrote Sonnenuntergang ist Romantik pur

Die Ana Mandara Hotelanlage hat nun eine Schwester bekommen, das Evason Hideaway at Ana Mandara. Das Traum-Resort für Individualisten, die sich zurückziehen möchten, ist in 20 Minuten mit Speedboot vom Stammhaus erreichbar. Badeurlauber fühlen sich in den zweistöckigen Beachvillas wohl, direkt am Strand. Verliebte bevorzugen die Hill Top Villas am Hang, denn der Blick über die Ninh Van Bay mit dem glutroten Sonnenuntergang ist Romantik pur. Gäste, die das Angebot der zahlreichen Massagen in Anspruch nehmen möchten, buchen die Spa Suite Villas, wo in einem luftdurchfluteten Nebenhaus unterschiedliche Behandlungen ausgeführt werden. Prominente, die genug haben von ihrer Prominenz, buchen gern die abgelegenen Water Villas, Häuser am Wasser zwischen runden Felsen, die per Boot erreichbar sind. Alle Häuser haben eine eigene Veranda mit Pool, die Einrichtung ist asiatisch-tropisch mit sehr viel Liebe zum Detail. Wer Lust hat, kann einen Butler in Anspruch nehmen, der rund um die Uhr für das Wohl seines Gastes sorgt.

Wohltuende Massagen

Zu einem geruhsamen Aufenthalt gehört unbedingt eine Massagebehandlung, wo sich der Gast getrost den kundigen Händen der freundlichen Mädchen anvertraut. Bei gedämpften Sphärenklängen mit Blick aufs Meer kann z. B. eine Jetlagmassage, eine Vitalisierungsmassage oder eine Fußreflexzonenmassage gewählt werden. Alltagsstress und Sorgen fallen in dem meditativen Ambiente im Nu ab. Nach der wohltuenden Massage, lädt der offene Pavillon, durch den ein lauer Wind weht, zum Verweilen ein. Während Tee und Früchte gereicht werden, schwingen sich zwei Lemuren, eine Affenart, in unmittelbarer Nähe von Baum zu Baum.Den krönenden Abschluss eines erholsamen Tages hat sich Erik, der holländische Chefkoch für seine Gäste ausgedacht. Eine blütengeschmückte Tafel mit Kerzenlicht und Fackeln ist direkt am Strand eingedeckt worden. Von lauer Luft umschmeichelt, die Füße in dem noch immer warmen Sand, genießen wir das verfeinerte vietnamesische Mahl, begleitet von sanftem Meeresrauschen.

Morgens um fünf bei Sonnenaufgang

Nah Trang lässt sich gemächlich im Cyclo erkunden, der landestypischen Rikscha. Am eindrucksvollsten ist die Stadt morgens um fünf bei Sonnenaufgang, wenn an der Strandpromenade Morgengymnastik getrieben wird. Auf dem großen Platz vor dem Kulturhaus haben Menschen sich zu Thai Chi aufgereiht, der Anleitung aus den Lautsprechern folgend. Während sich die Leute im Zeitlupentempo bewegen, geht hinter ihnen glutrot die Sonne auf.Auch die Märkte sind bei Sonnenaufgang besonders lebendig. Exotische Fische werden auf dem Fischmarkt zerkleinert und verkauft, um den Preis wird lauthals gefeilscht. Ein vietnamesisches Frühstück kann der Tourist in einer der zahlreichen Garküchen probieren. Die köstliche Nudelsuppe mit Koriander wird gemeinsam mit den Einheimischen laut schlürfend auf kleinen Hockern sitzend gegessen. Ein Relikt aus der französischen Kolonialzeit ist das Baguettebrot, das zur Suppe gereicht wird.Auch im Fischereihafen, wo bunt bemalte Holzboote im Wasser dümpeln, ist am frühen Morgen viel los, wenn die Fischer ihren Fang zum Markt bringen. Riesige schwimmende Körbe, mit Teer abgedichtet, dienen als Ruderboote, um die Fischer von ihren Booten zum Ufer zu befördern. Das bunte Treiben wird überragt von den hohen Türmen der Tempelanlage „Po Nagar“ aus der Champazeit.

Eine Mofa-Tour

Wer Interesse an Land und Leute hat, kann sich getrost Trung anvertrauen. Der junge Mann holt den Gast mit seinem Mofa vom Hotel ab und los geht’s auf dem Rücksitz durch eine fantastische Landschaft. Er erklärt in Englisch Flora und Fauna, ist behilflich, Kontakt zur Bevölkerung herzustellen. Vorsichtig fährt er durch fruchtbare Reisfelder und Bananenplantagen.Büffel genießen nach getaner Arbeit ein kühlendes Bad, daneben baden Kinder, die den Rücken der Büffel als Sprungbrett ins Wasser benutzen. In den Reisfeldern richten sich die Bäuerinnen aus ihrer ständig gebeugten Haltung auf, um den Vorbeifahrenden zuzuwinken. Sie sind nur notdürftig vor der sengenden Sonne durch den landestypischen Strohhut geschützt. Die Fahrt geht vorbei an riesigen Gemüsefeldern, die von den Bauern noch mit Gießkannen begossen werden. Gepflügt wird immer noch mit einem Ochsengespann. Es ist harte Knochenarbeit und trotzdem bleibt noch Zeit für ein Lächeln, eine Begrüßung oder eine kurze Unterhaltung.

Entspannung pur

Der Mofafahrer hat sich nun etwas Besonderes ausgedacht - die Besichtigung einer Farm. Das kleine Haus ist umgeben von dicht gewachsenen Durian-, Papaya-, Mango- und Ranbutanbäumen. Es wird Tee gereicht und Trung erklärt jeden Baum, jeden Strauch, zeigt Früchte, wie man sie schält und wie sie als Medizin wirksam sind. Während eines kräftigen, aber kurzen Tropenregens bietet das mit Palmenblättern bedeckte Haus sicheren Schutz. Es ist etwas kühler geworden, gerade richtig, um im Spa bei Sonnenuntergang an der Yogastunde unter freiem Himmel teilzunehmen. Entspannung pur unter funkelnden Sternen.

Reiseinformationen:
Lage
Nha Trang liegt an der Küste ca. 400 km nördlich von Saigon.
Einreisebestimmungen
Für die Einreise besteht Visumpflicht, welches bei der vietnamesischen Botschaft in Berlin rechtzeitig zu beantragen ist. Bearbeitungsdauer 10-14 Tage. Für Individualreisende kostet das Visum 64 €, mit einem Reiseveranstalter 33 €. Das notwendige Formular ist unter www.vietnambotschaft.org herunter zu laden.
Flug
Vietnam Airlines fliegt direkt von Frankfurt nach Hanoi. Anschlussflüge nach Nha Trang. www.vietnamairlines.com
Pauschalreisen
Das Ana Mandara Resort in Nha Trang ist buchbar über Galka Golden Tours in Kiel. 7 Tage ÜF ab Deutschland kosten ab 1.580 € pro Person. Im Evason Hideaway at Amandara 7 ÜF ab 2.238 €, eine Kombination der beiden Resorts sind ab 2.004 € buchbar unter www.ggt.de
Bei Lotus Travel in München kostet ÜF im selben Ana Mandara Resort Resort ab 80 € pro Nacht. www.lotus-travel.com
Website des Ana Mandara: www.sixsenses.com
Sport
Tauchen, Tennis, Surfen, Wassserski, Beachvolleyball
Essen
Die Küche Vietnams ist sehr vielfältig. Nuoc Mam, die Fischsoße, gehört zu jedem Essen wie Stäbchen und Reis. Zitronengras, Koriander, Minze, Basilikum und Limonen verleihen den Gerichten den besonderen Geschmack. Bei uns unerschwingliche Schalentiere sind hier in jeder Form und Größe preiswerte Alltagsgerichte
Reisezeit
Während es in Nordvietnam ausgedehnte Winter und sehr heiße Sommer gibt, liegen die Durchschnittstemperaturen im klimatisch begünstigten Süden das ganze Jahr bei 25 bis 30 Grad. Schönste Zeit des Jahres in Nha Trang sind die niederschlagsfreien Monate April bis September. Im Süden ist dies allerdings die Regenzeit.
Zeit
MEZ plus 6 Std., in der Sommerzeit 5 Std.
Geld
Die vietnamesische Währung ist der Dong. 20.000 Dong sind ca. 1 €
Einkaufen
Das kunsthandwerkliche Angebot Vietnams ist eher begrenzt verglichen mit Thailand und den anderen Ländern Indochinas. Beliebt sind die Reisstrohhüte der bäuerlichen Bevölkerung, Lackarbeiten und Seidenmalerei.
Essen und Trinken
Zitronengras, Koriander, Minze, Limetten und Nuoc Mam, Fischsauce, geben der vietnamesischen Küche den besonderen Geschmack. Die Gerichte sind nicht so scharf gewürzt wie in Thailand, häufig spürt man französischen Einfluss. Knuspriges Baguette gehört in Vietnam genauso zum Frühstück, wie die einheimische Nudelsuppe.
Gesundheit
Impfungen sind nicht vorgeschrieben. Trotzdem empfehlenswert sind Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Hepatitis, Tollwut,
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