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Virgin Galactic: Der Shuttle für Weltraumtouristen gleitet durch die Lüfte

Nach Rückschlägen endlich ein Erfolg: Richard Branson will mit seinem SpaceShipTwo ins Weltall und Passagiere mitnehmen. Am Wochenende flog erstmals ein neuer Gleiter. Erst vor zwei Jahren war der Prototyp bei einem Testflug abgestürzt.

SpaceShipTwo

"VSS Unity", so heißt das neue SpaceShipTwo, das am 4. Dezember erstmals eigenständig flog, hoch über der Mojave Wüste Kaliforniens

Der britische Milliardär Richard Branson verfolgt hartnäckig ein Projekt: Nicht nur Astronauten, sondern auch Normalsterbliche sollen ins All reisen können. Dazu hatte er im Jahre 2004 die Firma Virgin Galactic gegründet. Spätestens 2012 sollte die erste Reise mit Weltraumtouristen an Bord starten.

Doch bis die ersten sechs Passagiere in dem eigens für diese Art von Reisen konzipierten Spaceplane mitfliegen können, vergeht noch viel Zeit. Nach dem ursprünglichen Plan sollte das SpaceShipOne, das von einem Doppelrumpfflugzeug auf eine Flughöhe von 15.000 Metern über der Erde befördert wird, längst im kommerziellen Einsatz sein.

Anschließend soll der Raumgleiter sich von seinem Trägerflugzeug trennen, seine Raketen zünden und auf eine Gipfelhöhe von mehr als 100 Kilometer aufsteigen. Nach wenigen Minuten in der Schwerelosigkeit und keiner ganzen Erdumrundung erfolgt der Gleitflug zurück zur Erde.

Doch die Umsetzung der Vision erweist sich als kompliziert. Auch gab es bereits mehrere Todesopfer zu beklagen. Schon im Juli 2007 starben drei Ingenieure bei einem Test des Raketenantriebs am Boden, als ein Tank mit Stickstoffoxiden explodierte.

Zwar gelang den Testpiloten mehr als drei Dutzend Flüge mit dem ersten Prototypen des SpaceShipTwo, der "VSS Enterprise". Allerdings zerbrach im Oktober 2014 die "VSS Enterprise" beim ihrem vierten Testflug mit eigenem Raketenantrieb.

Erst Anfang Dezember 2016 konnte nun zum ersten Mal die "VSS Unity" unabhängig vom Trägerflugzeug einen Gleitflug zurücklegen und selbstständig wider auf der Erde landen. Dabei erreichte das Nachfolgemodel eine Geschwindigkeit von 0,6 Mach.

Wann Tests mit dem Raketenmotor und in größerer Höhe stattfinden werden, bleibt vorerst unklar und hängt von weiteren Versuchen ab. Nach Angaben der Testpiloten ist der Flug "extrem gut" verlaufen. Damit ist das Projekt jedoch ungefähr nur auf dem Stand von 2010.

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