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Kerosin-Verschwendung Wegen des Coronavirus: Airlines führen Geisterflüge durch

Flugzeug startet
Auch die Luftfahrtbranche leidet unter dem Ausbruch des Coronavirus
© Ina Fassbender / AFP
Die Nachfrage nach Flügen ist in Folge des Coronavirus weltweit stark eingebrochen. Nun führen Airlines sogenannte Geisterflüge durch und verschwenden dabei tausende Liter Kerosin. 

Das Coronavirus fordert seine Opfer, nun auch im Luftverkehr. Aus Angst, sich mit dem Virus anzustecken, buchen aktuell immer weniger Menschen Flüge. Dabei gibt es allerdings ein Problem. Die europäischen Vorschriften besagen, dass Fluggesellschaften 80 Prozent ihrer zugewiesenen Zeitfenster für einen Start nutzen müssen. Sonst werden diese Zeitfenster möglicherweise an Konkurrenzunternehmen vergeben. Um das zu umgehen, führen immer mehr Airlines sogenannte Geisterflüge durch. Dabei starten und landen bis auf die Besatzung völlig leere Maschinen – und verschwenden dabei tausende Liter Kerosin.

Der Umsatz ist laut dem Branchenverband IATA weltweit bereits um 63 bis 113 Milliarden Dollar eingebrochen. 113 Milliarden Euro würde einem Anteil von 19 Prozent des Gesamtvolumens entsprechen. Der Chef des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Matthias von Randow, geht davon aus, dass der wirtschaftliche Schaden der Corona-Epidemie für den Luftverkehr größere Ausmaße haben wird als frühere Krisen, wie die Finanz- und Wirtschaftskrise oder das Sars-Virus. Sowohl die Luftfahrt- als auch die Reisebranche hoffen jetzt auf Staatshilfen.

IATA-Chef Alexandre de Juniac appellierte an die Regierungen, die Fluggesellschaften zu stützen. Es seien außergewöhnliche Zeiten, in denen die Industrie Erleichterungen bei Steuern, Gebühren und der Vergabe von Start- und Landerechten benötige.

Nicht nur Strecken nach China sind stark betroffen

Erst vor zwei Wochen hatte die Organisation noch einen Umsatzrückgang von bis zu 29,3 Milliarden Dollar für wahrscheinlich gehalten. Sie war dabei davon ausgegangen, dass sich Covid-19 weitgehend auf eng mit China verbundene Märkte beschränke. Inzwischen habe sich das Virus aber in mehr als 80 Ländern verbreitet und die Ticket-Vorausbuchungen auf den Strecken nach China seien stark eingebrochen.

In einigen Fällen wird es Passagieren auch verboten, eine Flugreise anzutreten, wie im Fall der Boeing 787-9 der Turkish Airlines. Sie trat am vierten März einen Rückflug ohne Passagiere an, weil einer der Gäste, der beim Hinflug an Bord gewesen war, positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Besatzung befindet sich nun in Quarantäne. 

Quellen: dpa, flugrevue.de

ame dpa

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