Ischgl Anstoß in der Party-Zone


In Ischgl ist man nicht gern still, fromm und bescheiden, sondern lieber ganz vorne weg. Logisch, dass ausgerechnet im hochgelegenen Paznauntal die Fußball-WM zumindest symbolisch anfangen muss.

Viele Tonnen Schnee wurden dort zu WM-gerechten Motiven verarbeitet. Für den internationalen Wettbewerb kamen Schnee-Künstler aus der ganzen Welt. Noch bis zum Frühling soll der Skulpturenpark zu sehen sein. Ronaldinho, Zidane & Co, der WM-Pokal und selbst die hochmoderne Münchener Allianz-Arena sind auf der Silvretta-Hochebene zu bewundern.Der bereits zum 13. Mal ausgetragene Schneeskulpturen-Wettbewerb wurde in diesem Jahr von den Italienern dominiert. Den ersten Platz belegten Viktor Kostner & Arnold Rifesser, mit 252 Punkten und der Skulptur "Ronaldinho". Dicht gefolgt von ihren Landsleuten und Kollegen Lorenz Demedz & Armin Rifesser, die mit 238 Punkten und der Skulptur "Die besten Spieler der Geschichte", die Jury ebenfalls überzeugen konnten. Auf dem dritten Platz landete das Werk "Goleo der VI. mit Pille" (Sie wissen schon: das pelzige offizielle WM-Maskottchen) von Stefan Juen aus Österreich und Toni Blätter (Schweiz) mit 232 Punkten, von insgesamt 270 zu erreichenden Zählern. Genießen kann man die Pracht in einem der größten zusammenhängenden Skigebiete der Alpen.

Der Schnee schmilzt, die Hütte brennt

Ischgl ist ein Party-Eldorada, aber ohne das richtige Skigebiet würden die tollsten Bars nachts leer stehen. Doch um den Ruf als Pisten-Eldorado muss man sich hier nicht weiter sorgen, seitdem Ischgl zu den Top-Skigebieten der Alpen gewählt wurde. Was macht das Skifahren auf der Silvretta-Arena so besonders? Zunächst wäre da die absolute Höhe zu nennen. Das Skigebiet liegt zwischen 2000 und 2.800 Metern Höhe. Schneevergnügen ist damit bis weit in den Frühling hinein garantiert. 40 Liftanlagen und über 200 km präparierte Pisten halten auch Spitzenfahrer auf Trab.Aber anders als in vielen anderen Arenen, die mit ebenso stattlichen Kilometer-Werten prunken, bietet Ischgl ein einziges verbundenes Gebiet. Nachdem man mit der Gondel den Aufstieg zur Drehscheibe Idalp hinter sich gebracht hat, lässt sich die ganze Skiarena auf Brettern oder mit dem Board erreichen. Für eine Party-Zone wie Ischgl sind Halfpipe, großer Funpark sowie Highspeedstrecke Ehrensache. Wer es etwas ruhiger angehen lassen möchte, dem sei die Abfahrt ins Schweizerische Dörfchen Samnaun zu empfehlen. Freunde des zollfreien Einkaufs kommen hier voll auf ihre Kosten. Aber Vorsicht: Ab März ist die Talabfahrt wegen der mitunter sulzigen Pistenverhältnisse nicht ganz ohne Tücken.

"Oaner geht noch nei"

Ischgl ist ein Wintersportort der Superlative: Top-Events, die schönsten Pisten und immer beste Stimmung. An der Silvretta-Talstation im Ort ist meistens endgültig Schluss mit der Besinnlichkeit. Da kann man sich in der Trofana-Alm drängen, die Kitzloch-Kellerbar entern oder gleich im berüchtigten Kuhstall einkehren. Größte Gefahr: Man kommt nicht mehr heraus...auch wegen des Ischgler Volksgetränks, dem Flügerl (einer tückischen Mixtur aus Gin und Red Bull).Wer dann immer noch nicht genug hat, den verschlägt's zum ultimativen Abdancen in die Schatzi-Bar oder am besten gleich ins Madlein. Die fast schon weltbekannte und außergewöhnlichste Disco der Alpen (und die dazugehörige Cocktailbar!) gelten als der Ischgl-Intreffpunkt schlechthin.

Nobel schlafen, hart feiern

Für Sie gehört das Skifahren nur zum Aufwärmtraining? Dann sollten Sie sich die richtige Party-Basis suchen. Unweigerlich werden Sie wieder auf das Madlein stoßen. Nein, dieses Mal ist nicht die Disse ist gemeint, sondern das angeschlossene Design-Hotel (DZ circa 250 Euro). Wer sich standesgemäß mit der Hummer-Stretchlimousine vom Flughafen abholen lässt, kann seine Begleitung unterwegs mit Cocktails auf gemeinsame Tage einstimmen und sorgt vor Ort für den richtigen Auftritt.Die Zimmer sind edel gestaltet. Zarte Glastrenner separieren die edlen Philippe-Starck-Bäder vom Schlafbereich. Riesige Glasfronten lassen die Bergwelt hinein und geben den Blick frei auf den eigenen Zen-Garten. Der Hotel-Lobby-Bereich wurde gelungen zur Chill-out-Lounge umgebaut. Das Mobiliar aus dunklem Holz gibt einen stilvollen Rahmen für den Auftakt einer rauschenden Nacht. Und die kann (siehe oben) durchaus im selben Haus beginnen.Gernot Kramper/Klaus Bellstedt


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