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Nationalpark Cinque Terre: Schlappen verboten: Wie Ligurien das Flip-Flop-Wandern in den Griff bekommen will

Auf die Füße treten will der Direktor des Nationalparks Cinque Terre an der italienischen Riviera zukünftig unbelehrbaren Kreuzfahrt-Touristen. Wer mit Flip Flops oder Hausschlappen auf den malerischen Wanderwegen erwischt wird, soll tief in die Tasche greifen.

Flip-Flop-Verbot an italienischer Riviera - Bußgeld bis zu 2500 Euro

Manarola ist eins der fünf Dörfer, die jedes Jahr mehrere Hunderttausend Kreuzfahrer anlocken. Auch hier sollen ab 2020 Flip Flops verboten sein.

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Es ist zum Haare raufen, mindestens aber zum Kopfschütteln, was sich in der Ferienzeit in einem der bekanntesten Nationalparks an der italienischen Riviera abspielt. Dutzende Kreuzfahrtschiffe steuern Woche für Woche den Hafen von La Spezia an, kippen Tausende Touristen aus, von denen viele sodann den Cinque Terre, einen malerischen Wanderweg entlang der ligurischen Küste, erkunden wollen. Nicht selten endet diese an sich leichte Wandertour für ausländische Urlauber im Krankenhaus.

Schuld daran sind aber nicht etwa die Wege, die mal bergauf, mal bergab durch die fünf berühmten Dörfer Monterosso al Mare, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore führen. Es sind die Touristen selbst, die das Schiff mit dünnen Stoffschühchen oder gar Flip Flops verlassen – mit dem wirren Glauben, es handele sich um einen romantischen Spaziergang am Strand. Dem italienischen Blatt "Repubblica" zufolge häuften sich zuletzt aufwändige Helikoptereinsätze. Viele Besucher verletzten sich demnach wegen ihres unpassenden Schuhwerks. Damit soll jetzt Schluss ein.

"Viele Leute denken, sie seien am Strand"

Patrizio Scarpedelli, Direktor des Nationalparks, hat die Nase voll. Er will ein Badelatschen-Verbot für die Wanderwege in seinem Park durchsetzen. "Die Leute unterschätzen die Wanderungen und denken, sie seien am Strand oder in Riccione", ärgert sich der Chef des 1997 zum UNESCO-Welterbe erklärten Cinque Terre. Mit teils drastischen Geldbußen will er sich nun nicht nur den Nationalpark und die Rettungsflieger entlasten, sondern auch die Besucher von dieser – nicht nur in den Touristen-Hochburgen Italiens üblichen – Unsitte abbringen.

Erst Aufklärungs-Kampagne, dann saftige Bußgelder

Ein Bußgeld zwischen 50 und 2500 Euro sollen Urlauber zahlen, die mit ungeeignetem Schuhwerk auf den Wanderwegen an der Steilküste erwischt werden. Dazu gehören auch die berühmten Badeschlappen, die den Gästen in Hotels und auf Kreuzfahrtschiffen kostenlos zur Verfügung stellen. Das Verbot soll allerdings erst ab der nächsten Urlaubssaison durchgesetzt werden. Zunächst wolle man die Touristen durch Broschüren und Plakate umfassend aufklären, so Scarpedelli.

Im vergangenen Sommer landeten rund 450.000 Kreuzfahrt-Passagiere in La Spezia. Für 2019 rechnet Scarpedelli zwischen April und Oktober mit bis zu 750.000 Gästen – und damit potenziell doppelt so vielen Flipflop-Fans. Unter anderem mit dem geplanten Schlappen-Verbot will man in Ligurien den erwarteten Besucheransturm unter Kontrolle behalten.

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Quellen: Repubblica, blick.de

js

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