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"Freedom of the Seas": Schwimmender Palast in Hamburg

339 Meter lang und 56 Meter breit - das sind die Maße des weltgrößten Kreuzfahrtschiffes "Freedom of the Seas". Im Morgengrauen lief der Ozeanriese im Hamburger Hafen ein und wurde von mehreren tausend Menschen stürmisch begrüßt.

Die Hamburger lieben große Schiffe. Zum spektakulären Eindockmanöver des größten Kreuzfahrtschiffes der Welt, der "Freedom of the Seas", sind die Hanseaten sogar am Ostermontag zu Tausenden in aller Herrgottsfrühe zum Elbe-Hafen an die St. Pauli- Landungsbrücken gekommen. Ein mächtiges, heiseres Röhren des Nebelhornes kündigt den 339 Meter langen Kreuzfahrtgiganten gegen 6.00 Uhr an. Wie eine weiße Wand mit schimmernden blassgrünen Glasbändern schiebt sich der 72 Meter hohe Stahlkoloss an den Zuschauern vorbei.

"Die imponiert durch schiere Größe", sagt Jan Kukielka, als die "Freedom of the Seas" hinter dem Museumsfrachter "Cap San Diego" an der Überseebrücke vorbeigleitet. "Dort habe ich mir als Schauermann Geld verdient und Bananenkisten geschleppt", erinnert er sich. Im ersten Licht aufgehenden Sonne wirkt der vor mehr als 40 Jahren gebaute Stückgutfrachter neben dem Ozeanriesen wie ein zerbrechliches Spielzeug.

QM2 als größtes Schiff abgelöst

Die 6 Meter längere aber 15 Meter schmalere "Queen Mary 2", die mit ihren regelmäßigen Besuchen in der Hansestadt wahre Volksfeste auslöst, ist aus Kukielkas Sicht im Vergleich zur "Freedom of the Seas" aber immer noch das elegantere Schiff - wegen der klassischen Linienführung.

Als Ozeanliner habe die "QM2" aber auch eine andere Aufgabe, weiß Peter Leonhard-Lohse, der sich das Spektakel mit seiner Familie vom Platz unterhalb des Hamburger Weinberges am Stintfang anguckt. Eine Wertung will auch Herman Lohse nicht vornehmen. "Das sind zwei unterschiedliche Schiffstypen", sagt er. Für Wilfried Pape aus Hamburg dagegen ist klar: "'Die Queen Mary 2' ist das schönere Schiff."

Das Wendemanöver auf der Elbe ist eine knappe Sache, aber dennoch Routine für Lotsen, Kapitän und Schlepperbesatzung. Das Schiff ist nur wenig kleiner als das Dock Elbe 17 der Werft Blohm + Voss. Mit einem Schlepper am Heck und viel Gefühl beim Einsatz der 75 000 Kilowatt starken Maschinen geht es Bug voran Meter für Meter in das von Kränen umringte Dock.

Probefahrt auf der Ostsee

Bis zum 22. April hatten die Arbeiter und Experten von Blohm + Voss Zeit, den weißen Anstrich zu vollenden und die in Finnland gebaute "Freedom of the Seas" nach den ersten Erprobungsfahrten noch einmal gründlich durchzuchecken. Nach einer weiteren Probefahrt kam das neue Flaggschiff der Royal Caribbean Cruise Line am darof folgenden Montag (24.4.) noch einmal in die Hansestadt zurück. Am Kreuzfahrtterminal in der Hafencity gab es ein Volksfest mit Bühnenprogramm und Feuerwerk. Im Sommer nahm die "Freedom of the Seas" dann von ihrem Heimathafen Miami (Florida, USA) ihre wöchentlichen Kreuzfahrten in die Karibik auf.

DPA / DPA

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