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Kuriose Ortsnamen: Willkommen in Busendorf

Wixhausen liegt in Hessen, Amerika in Schleswig-Holstein und Bitsch in der Schweiz. Die kuriosesten Ortsnamen kann jedoch Brandenburg für sich verzeichnen.

Motzen, Kotzen und Ranzig sind Orte mit recht kuriosen Namen in Brandenburg. Und noch andere Ortsnamen der Mark bringen manchen Besucher zum Schmunzeln. Beispielsweise Busendorf. Dass die Brandenburger aus ihren Ortsnamen auch Kapital schlagen wollen, beweist Calau. Seit 2001 wirbt die Geburtsstadt des "nicht sehr geistreichen Wortwitzes" (Duden) am Gründonnerstag mit der Aktion "Kalauer statt Knöllchen" um Aufmerksamkeit. Wer falsch parkt, der bekommt einen Kalauer unter den Scheibenwischer. Zu einem Verkehrschaos hat das einer Stadtsprecherin zufolge noch nie geführt: "Wir haben eigentlich kein Parkproblem."Kalauer sind die "Proletarier unter den Witzen" und lösen nach einer Untersuchung von Münsteraner Wissenschaftlern jenes gequälte, distanzierende Lachen aus, "das wie ein Stöhnen klingt". Sie sind ein Frage-Antwort-Spiel: "Warum geht der Bürgermeister barfuß zur Arbeit? - Damit sie ihm nichts in die Schuhe schieben können."Als Väter der Witze gelten die Schuhmacher von Calau, das bis Anfang des 20. Jahrhunderts Kalau geschrieben wurde. Sie erzählten sich bei der Arbeit Geschichten und erfanden Wortspiele. Für die Berühmtheit der Kalauer sorgte ein Mitarbeiter der Satirezeitschrift "Kladderadatsch". Er schnappte die Witze während seiner Ferien Ende des 19. Jahrhunderts in Kalau auf und verarbeitete sie in seinen Texten in der Berliner Zeitschrift.

Nur wenige Orte bekannt

Verliebten Sommerfrischlern bieten sich zumindest vom Namen her auch einige andere Orte in der Mark als Reiseziel an: Oschätzchen oder Schmachtenhagen. Marketingpotenzial hätten aber auch Werben oder Witzke. Und wer nach Philadelphia will, der wird auch im Landkreis Oder-Spree fündig. Doch für Stadtwerbung und Tourismus über die Grenzen Brandenburgs hinaus nutzt kaum eine der Gemeinden und Städte ihre Namen.Himmelpfort dagegen ist eine bekannte Größe. Dort steht die größte Weihnachtspostfiliale der Deutschen Post AG. 2004 trafen rund 250 000 Briefe ein. Aus der ganzen Welt schicken Kinder ihre Wunschzettel dorthin.

Wassersuppe oder Kuhbier?

Und auch das zunächst düster klingende Finsterwalde ist ganz im Gegenteil als fröhliche Stadt mit einem Sängerfest bekannt. Voriges Jahr traten dort etwa 3000 Künstler auf. Die Tradition entstand durch die Gesänge der Finsterwalder Tuchmacher auf dem Wege zur Leipziger Messe, wo sie als die Sänger von Finsterwalde begrüßt wurden. Zu der bestimmt nicht ganz vollständigen Liste kurioser Ortsnamen gehören Bärenklau, Kuhbier, Mixdorf, Sauen - und auch das Ortsschild Wassersuppe dürfte manchen erheitern.

Matthias Schröter, DPA / DPA
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