Sao Paulo Vielfalt unterm Regenbogen


Da kann die Schar der Papstanhänger nicht mithalten: Drei Millionen Schwule, Lesben und Transsexuelle demonstrierten im brasilianischen Sao Paulo für ihr Recht auf Selbstbestimmung. Benedikt XVI. hatte im Mai gerade einmal eine Million Gläubige angelockt.

Gut drei Millionen Schwule, Lesben und Transsexuelle haben in der brasilianischen Wirtschaftsmetropole Sao Paulo mit einer farbenfrohen Parade gegen Homophobie und Rassismus demonstriert. Sie marschierten am Sonntag in Regenbogenfarben und bunten Kostümen bei lauter Musik durch die von Wolkenkratzern gesäumte Avenida Paulista. Die Stimmung war nach Angaben von Teilnehmern und Organisatoren fröhlich und friedlich, rund 900 Polizisten waren im Einsatz, um für Ordnung zu sorgen. "Das ist die größte Parade auf dem Planeten", sagte Tourismusministerin Marta Suplicy. "Unsere Stadt zeigt erneut, dass sie die Vielfalt unterstützt."

Die hohen Temperaturen lockten nach Angaben der örtlichen Vereinigung von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mehr Teilnehmer an als im vergangenen Jahr. Die Teilnehmerzahl war auch deutlich größer als beim Besuch von Papst Benedikt XVI. im Mai, als weniger als eine Million Gläubige kamen.

Zugleich wehrten sich die Menschen gegen eine "Welt der Machos und des Rasissmus". Homosexuelle sind in Brasilien wie in vielen anderen Ländern Südamerikas alltäglichen Demütigungen und Verfolgungen ausgesetzt. Der Tag des Umzuges sei der "einzige, an dem wir uns ohne Angst vor Schlägen öffentlich zu erkennen geben können", sagte der 20-jährige Armando Pereira. Die Parade wurde erstmals offiziell zugelassen und ist ein Publikumsmagnet. Rund 300.000 Touristen reisten zu dem Umzug nach Sao Paulo.

Reuters/DPA DPA Reuters

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