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Türkei: 1000 deutsche Urlauber sitzen fest

Wieder Ärger für deutsche Türkei-Urlauber: In Antalya sitzen rund 1000 Touristen fest, weil ihr Reiseveranstalter Interflug offenbar pleite ist. Wie die Gestrandeten zurückkommen, ist bisher unklar.

Im südtürkischen Antalya sitzen rund 1000 deutsche Urlauber nach Schwierigkeiten ihres Reiseveranstalters fest. Das teilten die deutschen Konsularbehörden am Montag mit. Am Samstag hatten zunächst etwa 700 Touristen vergeblich auf ihren Heimflug gewartet. Ein Teil der auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten des Reiseveranstalters Interflug gestrandeten Urlauber habe bereits zwei Nächte am Flughafen verbracht, andere warteten die Entwicklung in ihren Hotelzimmern ab."Tatsache ist, dass es zurzeit keinen Carrier gibt, der sie zurückbringt", sagte ein Sprecher. Es käme aber auch niemand mehr nach. Solange der Deutsche Reiseveranstalterverband keine Lösung gefunden habe, müssten die Urlauber selber sehen, wie sie zurückkommen, um anschließend Regressforderungen an das Reisebüro zu stellen.

Reisende bei Pleite geschützt

Nach Angaben des Südwestrundfunk (SWR) sollen finanzielle Schwierigkeiten von Interflug für die Verzögerung verantwortlich sein. Sollte der Veranstalter pleite sein, kommt den Urlaubern der sogenannte Sicherungsschein zu Gute. Das heißt, eine Versicherung deckt die Kosten für den notwendigen Rücktransport ab. Dem zuständigen Hamburger Amtsgericht liegt allerdings noch kein Insolvenzantrag des Reiseunternehmens Interflug vor. "Es ist kein Antrag bei uns registriert", sagte eine Gerichtssprecherin. Sie wollte aber nicht ausschließen, dass sich der Antrag noch auf dem Postweg befand. Bis es soweit ist, müssen die Urlauber leider abwarten.Man erhoffe sich im Lauf des Tages mehr Klarheit über das Ausmaß des Problems, sagte eine Sprecherin des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalterverbandes (DRV) in Berlin. Das Auswärtige Amt hatte bestätigt, dass sich das Honorarkonsulat vor Ort und das Generalkonsulat in Izmir um die gestrandeten Touristen kümmern.

Interflug im Sog von Onur Air?

Dem Vernehmen nach arbeitete Interflug mit der privaten türkischen Fluggesellschaft Onur Air zusammen. Nachdem Onur Air wegen des inzwischen wieder aufgehobenen Flugverbots selbst in Schwierigkeiten gekommen war, hatten andere türkische Gesellschaften einspringen sollen, die dann aber wegen der unsicheren Finanzlage von Interflug auch nicht geflogen sind.Der aktuelle Fall ist keine Ausnahme. Immer wieder sitzen Touristen in fremden Ländern auf Grund finanzieller oder anderer Probleme ihrer Reiseveranstalter fest. Die Interflug Reisewelt GmbH ist ein türkisches Unternehmen mit Sitz in Hamburg und vielen Filialen in Deutschland. Das Unternehmen hatte die Markenrechten an den Symbolen der alten DDR-Fluglinie von der Treuhandhand erworben.

DPA / DPA
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