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Super-Sommer in Deutschland: Die nächste Hitzewelle macht sich breit

Das Sommerwetter in Deutschland wird immer heißer. Am Sonntag erreichen die Spitzenwerte erneut fast 40 Grad. Und ein Ende der Gluthitze ist nicht in Sicht.

Es ist heiß und es bleibt heiß. Pünktlich zum Wochenende schiebt sich die Quecksilbersäule noch ein paar Millimeter nach oben. Seit drei Wochen stellt sich immer zum Wochenende extreme Hitze ein. "Auffallend ist dabei, dass auch das Wetter scheinbar eine Vorliebe für Wiederholungen hat", sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Zunächst will aber erstmal das Final-Wochenende mit kühlem Kopf überstanden werden. "Die Temperaturen liegen nahezu flächendeckend bis nächsten Freitag um oder deutlich über 35 Grad. Mehrmals rückt dabei sogar die 40-Grad-Marke in spürbare Nähe," so Wetterexperte Jung. Der amtliche Rekordwert vom 9. August 2003 wankt. Damals wurde in Karlsruhe der Spitzenwert von 40,2 Grad Celsius gemessen.

Tropennächte in Deutschland

Mit den Temperaturen geht es jeden Tag nach oben. Hoch "Zadok" zieht derzeit ins östliche Mitteleuropa. Fast ungestörter Sonnenschein heizt die Luft auf, entlang von Rhein, Main, Mosel und Neckar werden bis zu 35 Grad erreicht. Gluthitze zwischen 35 und 40 Grad am Nachmittag gibt es am Wochenende. Dabei bleibt es größtenteils heiter und sonnig. Allerdings wird die Luft vor allem im Westen und Südwesten feuchter, sodass die gefühlten Temperaturen dort noch höher liegen. Zudem drohen Sonntagnachmittag und abends teilweise heftige Unwetter mit starken Regenfällen, Hagel und Sturmböen.

Flächendeckender Landregen bleibt jedoch aus - die Waldbrandgefahr steigt und Landwirte bangen bereits um einen Teil ihrer Ernte. Der Deutsche Bauernverband rechnet wegen der Hitze mit massiven Schäden. "Wir befürchten das Schlimmste", sagte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner den "Ruhr Nachrichten". Besonders betroffen seien Gebiete mit sandigen Böden, insbesondere in Ost- und Norddeutschland. "Da kann uns das Getreide auf den Felder regelrecht wegbrennen. Wenn es mehrere Tage zu heiß ist, schalten Weizen und andere Getreidesorten auf Notreife um", sagte Sonnleitner.

Und die Hitze bleibt auch in den Nächten. Deutschland stehen sogenannte Tropennächte bevor. In diesen Nächten sinkt die Temperatur nicht unter 20 Grad.

Heiße Tendenz für den August

In diesem Jahr scheint die Siebenschläferregel zuzutreffen: "Wie das Wetter am Siebenschläfertag, so das Wetter sieben Wochen bleiben mag." In der Tat herrschte am 27. Juni, dem Siebenschläfertag, trockenes und heißes Wetter. Bis Ende Juli ist kein Ende der hochsommerlichen Witterung abzusehen. Auch der August scheint nach dem aktuellen wetter.net-Trend heiß und trocken zu werden. Häufig liegen die Höchstwerte über der 30-Grad-Marke.

Diejenigen, die Hitze und Schwüle nicht gut vertragen, mögen Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst zustimmen: "Es wird noch schlimmer, denn es dauert länger." Wem das zu heiß ist, empfehlen Meteorologen zwei Zufluchtsorte: Auf der Nordseeinsel Helgoland im Nordwesten werde es auch am Wochenende nicht wärmer als 24 Grad. Und auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze in den Alpen, seien bei 15 Grad plus Schneeballschlachten möglich. Am Mittwochmorgen ist dort eine Schneehöhe von 1,55 Metern gemeldet worden.

tib/DPA / DPA

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