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Ralf gegen Michael Schumacher: "Er hat sie nicht alle"

Kurz vor der Zieleinfahrt zum Großen Preis von Monaco kam Michael Schumacher seinem Bruder gefährlich nahe. Nach der gefährlichen Attacke platzte Ralf Schumacher der Kragen.

"Für mich hat er sie nicht alle. Aber darüber müssen wir nicht reden. Einsehen tut er es eh nicht. Manchmal schaltet er sein Gehirn nicht ein", polterte der 29-Jährige. Kurz zuvor war ihm Bruder Michael vor der Zieleinfahrt zum Großen Preis von Monaco gefährlich nahe gekommen. "Wir fahren Rennen und machen keine Kaffeefahrt", konterte der Rekordweltmeister, der am Ende als Siebter einen Rang hinter Ralf ins Ziel kam. "Die Attacke war gerechtfertigt."

Niederschmetternde Bilanz

Der unerwünschte Showdown mit seinem Bruder war der unerfreuliche Schlusspunkt eines Wochenendes ohne viel Fortune für Ralf Schumacher. Zwei Unfälle, ein völlig zerstörter Dienstwagen und eine unverschuldete Zeitstrafe - so hatte die niederschmetternde Bilanz des 29 Jahre alten Toyota-Piloten bereits vor dem Start gelautet. "Das Glück wird noch kommen. Die Saison ist lang", sagte der Rheinländer, der immerhin unverletzt aus dem Wrack geklettert war.

Unweigerlich wurden bei dem Crash Erinnerungen an Schumachers bislang schwersten Unfall - am 20. Juni 2004 in Indianapolis - wach. Damals war er im BMW-Williams mit über 300 Stundenkilometern in die Begrenzungsmauer geprallt. Doch während seinerzeit eine Zwangspause von sechs Rennen folgte, kam er diesmal mit dem Schrecken davon. "Ich habe einen verspannten Nacken, das liegt aber daran, dass ich Seitenschläfer bin", sagte Ralf Schumacher. Bruder Michael atmete nach der Entwarnung auf: "Das sah auf den ersten Blick heftig aus."

Fortsetzung der Pannen- und Pechsträhne

Der von Ralf Schumacher mehrfach kritisierte Klassiker in den engen Straßen des Fürstentums war von Beginn an die Fortsetzung einer Pannen- und Pechsträhne. Nachdem er in Imola in der Boxengasse Nick Heidfeld behindert und deshalb aus den Punkterängen gefallen war, bremste ihn in Monaco Reifenhersteller Michelin frühzeitig aus. Wegen eines nicht gekennzeichneten neuen linken Vorderreifens bekam er eine Zeitstrafe von einer halben Sekunde aufgebrummt. "Das war nicht sehr erfreulich", befand er, auch wenn von Michelin postwendend das Pardon für den peinlichen Patzer kam.

Auf dem Stadtkurs in Monaco hatte sich Ralf Schumacher vor fünf Jahren bei einem Unfall eine tiefe Schnittwunde im Unterschenkel zugezogen. Im Vorjahr war ihm nach einem Getriebeproblem im Tunnel der nun in der WM-Wertung führende Spanier Fernando Alonso ins Auto gekracht. Kein Wunder, dass er nach der Attacke seine Bruders so heftig reagierte.

Jens Marx und Volker Gundrum/DPA / DPA

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