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Ausschreitungen: Randale nach Eintracht-Aufstieg

Am Rande der Aufstiegsfeier Eintracht Frankfurts kam es zu Ausschreitungen betrunkener Anhänger. Die Polizei befürchtet nun, dass sich die Ultra-Szene immer mehr der Gewalt zuwendet.

Im Frankfurter Vergnügungsviertel Alt-Sachsenhausen standen laut Polizei knapp 500 gewaltbereite Eintracht-Anhänger den Beamten gegenüber. Die Polizisten seien sofort nach ihrem Eintreffen mit Flaschen und Gläsern beworfen worden. Medienvertreter berichteten hingegen am Montag von einem überharten Vorgehen der Ordnungshüter, das die Auseinandersetzungen erst provoziert habe.

Insgesamt seien 27 Personen festgenommen worden, neun von ihnen werde Landfriedensbruch vorgeworfen, sagte Einsatzleiter Jürgen Moog. Ausgangspunkt seien Angriffe auf eine Polizeistreife gewesen, die zu einer Schlägerei in einer Gaststätte gerufen worden sei. Die Heckscheibe des Wagens wurde zertrümmert, die Reifen zerstochen. Daraufhin schickte die Polizei eine so genannte Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit, die den Zeugen zufolge übermäßig hart vorgegangen sein soll. Eine Polizistin erlitt bei den Auseinandersetzungen eine Prellung am Knie, Angaben über weitere Verletzte gab es nicht.

Die Ultras unter Beobachtung

Die Polizei dürfe den Fans keine rechtsfreien Räume überlassen, in denen diese tun und lassen könnten, was sie wollen, erklärte Moog. Das gelte sowohl für Alt-Sachsenhausen als auch für die Fan-Kurve im Stadion, wo es bereits kurz nach Spielende Zusammenstöße zwischen Fans und Polizei gegeben hatte, in deren Verlauf Pfefferspray eingesetzt worden war.

Mit Sorge werde beobachtet, dass sich die "Ultras" immer stärker der Gewalt zuwendeten, sagte Moog. In den vergangenen Jahren hatte sich diese Fan-Gruppe mit fantasievollen Gesängen und spektakulären Aktionen gegenüber den gewalttätigen Hooligans abgesetzt. "Wir haben mit rund 1000 Ultras die größte Szene in Deutschland. Von denen müssen rund 400 als bei bestimmten Anlässen gewaltbereit gelten", sagte der auch für den WM-Einsatz zuständige Polizeidirektor Moog. Unmittelbare Schlüsse für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr müssten aus den Vorfällen nicht gezogen werden. Die Szene werde aber weiter intensiv beobachtet werden.

Frankfurts Polizeipräsident Harald Weiss-Bollandt verteidigte den Einsatz als verhältnismäßig. Leider seien auch Aufstiegsfeiern erfahrungsgemäß keine Feste der reinen Freude, so dass die Polizei mit starken Kräften auch im Stadion präsent sein müsse, um Sicherheit und Ordnung aufrecht zu erhalten. "Nicht die Polizei sucht den Konflikt, sondern die gewaltbereiten Hooligans."

DPA / DPA
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