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DFB-Team - Robin Gosens nach Gala gegen Portugal im Interview: "Mir ist mehr als einer abgegangen"

ROBIN GOSENS GERMANY 19062021
ROBIN GOSENS GERMANY 19062021
© Getty Images
Drei Scorerpunkte sammelte Robin Gosens beim überzeugenden Sieg gegen Portugal. Hinterher blickt er auf seine starke Leistung zurück.

Mit einem Tor und zwei Vorlagen Robin Gosens war der überragende Mann des DFB-Teams beim furiosen 4:2-Sieg gegen Portugal. In einer virtuellen Presserunde nach der Partie sprach der 26-Jährige von einem erfüllten Traum und konterte auf humorvolle Weise die "Kritik" von Thomas Müller an seiner Auswechslung kurz nach seinem Treffer in der 60. Minute.

Außerdem bedankte sich Gosens bei Gian Piero Gasperini, seinem Trainer bei Atalanta Bergamo, und reagierte interessant auf eine Frage nach möglichen Angeboten anderer Klubs.

Herr Gosens, was bedeuten Ihnen der Sieg und die Trophäe zum Spieler des Spiels?

Robin Gosens: Sehr viel, zunächst einmal ist ein sehr wichtiger Sieg, auch für den weiteren Verlauf des Turniers. Die Auszeichnung zu bekommen, ist einfach gigantisch, gerade wenn man auf den Weg zurückblickt, den ich gemacht habe. Es ist sicherlich einer der Abende, die ich nie in meinem Leben vergessen werde.

Joachim Löw hat Sie sehr gelobt - auch als Persönlichkeit. Würden Sie sich schon als Führungsspieler beschreiben?

Gosens: Schwierige Frage. Ich bin ein Spieler, der sehr emotional ist und deshalb vielleicht auch den einen oder anderen Mitspieler mitreißen kann. Aber so viel Länderspiel-Erfahrung habe ich ja noch nicht, es war erst mein sechstes Spiel. Ich versuche meine Qualitäten einzubringen. Das klappt ganz gut.

Gosens kontert Müller: "Lieber 60 gute als 90 schlechte Minuten"

Thomas Müller hat Sie mit einem Augenzwinkern kritisiert, weil Sie sich nach 60 Minuten auswechseln ließen.

Gosens: Ja ja, der Thomas ist schon direkt nach dem Spiel zu mir gekommen und hat mich gefragt: "Junge, wie kannst du nur 60 Minuten spielen?" Und dann habe ich gesagt: "Besser 60 gute als 90 schlechte Minuten." Damit war das Thema durch. (lacht)

Nach Ihrem Tor in der Vorbereitung gegen Lettland sagten Sie, Ihnen sei "einer abgegangen". Was war das nun für ein Gefühl, bei der EM vor Zuschauern zu treffen?

Gosens: Also diesmal ist mir auf jeden Fall mehr als einer abgegangen. Es ist ja allein schon etwas Besonderes, sein Land bei einer Europameisterschaft zu vertreten. Dann auch noch eine Hütte zu machen, ist magisch. Da gehen einem so viele Dinge durch den Kopf, für mich ist definitiv ein Traum in Erfüllung gegangen.

Woher kommt Ihr Hang zum Toreschießen? Hatten Sie schon immer diesen Riecher dafür?

Gosens: Da muss man Mister Gasperini (Trainer von Gosens' Arbeitgeber Atalanta Bergamo; d. Red.) danken, er hat einen großen Einfluss darauf gehabt und diese Qualitäten, die scheinbar länger in mir geschlummert haben, mit dem Spielsystem in Bergamo so ein bisschen aus mir herausgekitzelt. Ich bin jetzt vier Jahre dort und habe das System verinnerlicht. Ich bin jemand, der sich gerne ins Offensvispiel einschaltet und habe auch die Dynamik und das Timinig, um dann auch mal so ein Tor zu machen wie heute.

Angebote? Gosens: "Schauen wir uns nach der EM an"

War Ihre Familie im Stadion? Und: Wie viele Glückwünschsnachrichten haben Sie nach dem Spiel erhalten?

Gosens: Meine Famlie war im Stadion, das hat mich mega gefreut und war sicher auch für sie etwas Besonderes. Ich habe nach dem Spiel erstmal nur kurz meiner Verlobten geantwortet. Ich habe so viele Nachrichten bekommen, mal schauen, wie ich die alle abarbeite (lacht).

Mit Ihrer Leistung haben Sie Werbung in eigener Sache betrieben. Wird es für Bergamo ein Problem, Sie zu halten? Der eine odere andere große Klub dürfte Sie nach diesem Spiel zumindest auf dem Zettel haben.

Gosens: Das weiß ich nicht. Der Sportdirektor von Bergamo hat mir auch schon geschrieben und seine Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. Ich glaube, die freuen sich jetzt einfach für mich und sind stolz, dass ich ein gutes Spiel bei einer EM gemacht habe. Dass man durch so eine Leistung auf den Bildschirm anderer Mannschaften gerät, kommt sicher mal vor. Das schauen wir uns dann aber mal in Ruhe nach der EM an. Jetzt liegt der Fokus voll auf dem Turnier, wir wollen so weit wie möglich kommen.

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