Doping Keine Haare, kein Fußball


Ein Haarwuchsmittel ist der brasilianischen Fußball-Legende Romario zum Verhängnis geworden: Wegen der Einnahme des Mittels ist der Weltmeister von 1994 vorläufig geperrt worden. "Leider werde ich ab sofort wieder meine Haare verlieren", sagte Romario.

Ein Haarwuchsmittel könnte die große Karriere von Brasiliens Altstar Romario unrühmlich beenden. Der Weltmeister von 1994 ist des Dopings überführt und vorläufig gesperrt worden. Der 41-Jährige räumte am Dienstagabend (Ortszeit) ein, zur Vermeidung von Haarausfall die Substanz Finasterid eingenommen zu haben. Ihm droht eine einjährige Sperre. Romario war am 28. Oktober nach dem Erstligaspiel seines Fußball-Clubs Vasco da Gama gegen Palmeiras Sao Paulo positiv getestet worden. Der Fall soll Anfang 2008 vor dem Sportgericht verhandelt werden, berichteten brasilianische Medien unter Berufung auf den nationalen Verband CBF.

Das Mittel habe er nicht eingenommen, um seine sportlichen Leistungen zu verbessern, beteuerte Romario. "Das ist doch kein Doping. Das hatte überhaupt keinen Einfluss auf meine Leistung. Ich habe das nicht zum ersten Mal benutzt", sagte der Torjäger. Auf die B-Probe verzichtete der Weltfußballer von 1994, "weil sie wieder positiv sein würde".

Romario hofft auf eine milde Strafe

Das Medikament habe er erstmals vor einigen Monaten auf Empfehlung "eines Experten" eingenommen. "Diejenigen, die unter Haarausfall leiden, benutzen dieses Produkt sehr oft. Leider werde ich ab sofort wieder meine Haare verlieren", klagte "Baixinho", der "Kleine", wie Romario von seinen Fans gerufen wird. Er wolle bald wieder Fußball spielen und hoffe auf eine milde Strafe, sagte Romario.

Finasterid hat zwar keinen leistungssteigernden Effekt, steht aber auf der Dopingliste. Als Verschleierungs-Substanz behindert Finasterid den Nachweis anderer eingenommener Substanzen wie etwa Anabolika. Im deutschen Profi-Fußball war im November 2005 Nemanja Vucicevic vom Zweitligisten 1860 München wegen des gleichen Vergehens positiv getestet worden. Der jetzige Kölner wurde anschließend für sechs Monate gesperrt. Zudem wurden 1860 in der Saison 2005/06 drei Punkte abgezogen.

1000 Tore gechossen

Nur 24 Stunden vor Bekanntgabe des Doping-Falls war Romario in Rio de Janeiro wegen seines 1000. Karriere-Tores vom Verband geehrt worden. Romario hatte nach eigener Rechnung sein 1000. Tor im Mai bei Vascos 3:0 gegen Sport Recife erzielt. Der Weltverband Fifa erkennt die Zahlen des Spielers allerdings nicht an. Viele Experten weisen darauf hin, Romario habe Tore berücksichtigt, die er in Jugendbegegnungen oder bei inoffiziellen Spielen erzielt habe.

Romario stand mehrfach bei seinem Stammverein Vasco unter Vertrag. In Europa ging er für den niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven sowie die spanischen Spitzenclubs FC Valencia und FC Barcelona auf Torjagd. Neben weiteren Engagements in seiner Heimat Brasilien war er auch in den USA, Katar und Australien aktiv.

Emilio Rappold/DPA DPA

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