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Dynamo Dresden: Hooligans attackieren Spieler

Wegen einer bislang einmaligen Bedrohung von Fußballspielern durch Hooligans beim Regionalligisten Dynamo Dresden hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. Wütende "Fans" hatten Spieler des eigenen Teams mit Feuerwerkskörpern und Schüssen aus einer Pistole bedroht.

Es gehe zunächst darum, den Sachverhalt weiter aufzuklären, teilte ein Polizeisprecher am Montag mit. Nach bisherigen Erkenntnissen hatten mehrere Dutzend teils vermummte Hooligans die Spieler beim Training am Sonntag attackiert. Dynamo hatte am Vorabend ein Heimspiel gegen den VfL Osnabrück 0:1 verloren.

Die wütenden Hooligans hätten den Weg der Mannschaft blockiert und Spieler beschimpft. Zudem sollen Feuerwerkskörper abgeschossen und Schüsse aus einer Schreckschusspistole abgegeben worden sein. Der Polizeisprecher sagte, dass aufgebrachte Fans beim Training rumpöbeln, sei nichts Neues. "So etwas wie jetzt hat es aber bundesweit wohl noch nicht gegeben“, fügte er hinzu. "Das war richtig heftig." Geklärt werden solle auch, warum Verantwortliche des Klubs die Polizei nicht informiert hätten. Die Beamten erfuhren erst durch einen am Sonntagabend ausgestrahlten TV-Bericht von der Randale.

Team will nächstes Spiel boykottieren

Dynamo-Spieler reagierten geschockt auf den Zwischenfall. "Das hab ich noch nie erlebt. Hier muss man ja Angst um sein Leben und die Familie haben“, sagte Stürmer Marco Vorbeck dem MDR-Fernsehen. "Da muss man sich überlegen, ob man hier nicht aufhört.“ In die Kritik geriet auch Geschäftsführer Volkmar Köster, der dem Bericht zufolge vor dem Zwischenfall erklärt haben soll, jeder Fan habe bei schlechten Leistungen der Kicker das Recht, seinen Unmut zu äußern. Die Mannschaft erwägt dem Bericht zufolge nun, das Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf am kommenden Wochenende zu boykottieren. Vom Verein war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Reuters/kbe

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