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EM 2021: UEFA ermittelt gegen DFB wegen Manuel Neuers Regenboden-Binde

Manuel Neuer Germany Portugal 19062021
Manuel Neuer Germany Portugal 19062021
© Getty Images
Manuel Neuer hatte beim 4:2 der DFB-Elf gegen Portugal eine Regenbogen-Binde getragen. Die UEFA ermittelt deswegen nun gegen den DFB.

Die UEFA hat Ermittlungen gegen den DFB im Rahmen der EM 2021 aufgenommen. Das wurde Goal und SPOX aus UEFA-Kreisen bestätigt, nachdem zuerst RTL/ntv.de darüber berichtet hatte. Grund dafür ist die Regenbogen-Kapitänsbinde von Manuel Neuer, die er im Rahmen des "Pride Month" Juni als Zeichen für die LGBTQ-Community trägt.

Die UEFA wertet das Tragen der Regenbogen-Binde als politisches Zeichen, was laut Statuten der UEFA verboten ist. Dem DFB könnte daher eine Geldstrafe drohen.

Neuer hatte die Binde in Regenbogenfarben, die ein Symbol der LGBT-Community sind, bei den ersten beiden EM-Gruppenspielen gegen Frankreich (0:1) und Portugal (4:2), sowie im letzten Vorbereitungsspiel vor der Euro gegen Lettland (7:1) getragen.

Der Juni ist für die LGBTQ-Community der "Pride Month", in dessen Rahmen die eigene Identität gefeiert und für die eigenen Rechte demonstriert wird. "Das ist nicht hinnehmbar", sagte Christian Rudolph, Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland, gegenüber ntv.

Die Ermittlung gegen den DFB sei "ein fatales Zeichen" von der UEFA, die daran denken müsse, wen sie vertrete. "Wie sollen die Sportler nun darüber denken? Wir bemühen uns um einen offenen Fußball. Und wir wollen in diesem Monat auch ein Signal an all die Sportler aus der LGBTI-Community setzen", sagte Rudolph weiter.

DFB-Team gegen Ungarn: Ein politisches EM-Spiel

Die UEFA-Ermittlungen gegen die DFB-Unterstützung für die Community kommt zu einem pikanten Zeitpunkt. Vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Ungarn am Mittwoch will die Stadt München die Allianz Arena in Regenbogenfarben erleuchten lassen.

Am Montag will der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter der UEFA in dieser Sache einen fraktionsübergreifenden Antrag des Münchener Stadtrats unterbreiten. Dies soll ein "sichtbares Zeichen der Solidarität mit der LGBTI-Community in Ungarn sein" setzen.

Hintergrund: Am vergangenen Dienstag hatte das Parlament in Ungarn ein Gesetz auf Bestreben von Ministerpräsident Viktor Orban verabschiedet, welches das Informationsangebot in Form von Büchern, Broschüren, Aufklärungskampagnen und Werbung für Jugendliche hinsichtlich Homo- und Transsexualität verbietet. Bereits zuvor hatte die ungarische Regierung es Homosexuellen verboten, Kinder zu adoptieren.

Dieser Marschroute wollte die Münchner Stadtregierung nun entgegentreten: "Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft", hieß es in dem Antrag an die UEFA für eine regenbogenbunte Allianz Arena am Mittwoch.

Goal

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